Dioxin im Futter: Deutsche Behörden sperren über 1000 Betriebe!

In Niedersachsen (D) wurden nach Dioxin-Funden im Tierfutter vorsorglich etwa 1000 Betriebe von den Behörden gesperrt. Nach den Angaben der AGES gibt es keinen Hinweis, dass betroffene Produkte auf den österr. Markt gelangt sein könnten.
Als Kontaminationsquelle konnte mittlerweile eine dioxinbelastete Mischfettsäure identifiziert werden, die aus der Biodieselproduktion stammt. Über einen niederländischen Zwischenhändler gelangte die Mischfettsäure nach Schleswig-Holstein. Bereits im Dezember 2010 hatten die betroffenen Futtermittelunternehmen im Rahmen ihrer internen Kontrolluntersuchungen Grenzwertüberschreitungen festgestellt und unmittelbar die Überwachungsbehörden hinzugezogen.

Mischfettsäure wurde ausdrücklich nicht für Fütterungszwecke angeboten

Mischfettsäure wird aus Altspeisefetten produziert, die ausschließlich zur technischen Verwendung und ausdrücklich nicht für die Lebens- und Futtermittelindustrie angeboten und verkauft wird. Bei der Verarbeitung von pflanzlichen Ölen und Fetten zur Biodieselherstellung fallen Fettsäuren an, die normalerweise unbedenklich sind. Woher in diesem Fall die Dioxinbelastung in der Fettsäure rührt, muss dringend und unverzüglich geklärt werden (Quelle: ISN, schweine.net).

Agentur für Ernährungssicherheit: Situation in Österreich

Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) berichtet auf der Homepage, dass das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) keinen Hinweis gibt, dass Produkte aus den betroffenen deutschen Betrieben auf den österreichischen Markt gelangt sein könnten. Die amtlichen Lebensmittelbehörden (AGES, Bundesministerium für Gesundheit, Lebensmittelaufsicht der Länder) überwachen und setzen gegebenenfalls weitere Maßnahmen.

Zur Situation bei Futtermittel in Österreich

In Österreich decken aufgrund der ländlichen Strukturen vorrangig heimische Futtermittelhersteller den Bedarf an Mischfuttermittel für Schweine und Geflügel. Mischfuttermittel (Allein- und Ergänzungsfuttermittel) für den Schweine- und Geflügelbereich werden in Österreich nicht über große Distanzen transportiert sondern über die Nahversorgung (nahegelegene Futtermittelproduzenten) abgedeckt.

Die in Deutschland mit Dioxin betroffenen Rohstoffe (Futterfett bzw. Mischfett inkl. Fettsäuren) werden in Österreich hauptsächlich über eine inländische Firma versorgt. Dieser Unternehmer, wie auch alle anderen Futtermittelunternehmer, unterliegt der amtlichen Futtermittelkontrolle, welche über einen risikobasierten Futtermittelkontrollplan alle Futtermittel regelmäßig über das ganze Jahr verteilt kontrolliert. Der amtlichen Futtermittelkontrolle in Österreich liegen derzeit keine Informationen zu Überschreitungen bei Mischfutter und Futterfetten vor (Quelle: AGES, www.ages.at)


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Aktualisiert am: 04.01.2011 15:32
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