Dioxin-Skandal: Beinahe schon 5.000 Betriebe gesperrt

Der Dioxin-Skandal in Deutschland nimmt ungeahnte Dimensionen an. Gegenwärtig sind deutschlandweit bereits 4.709 Betriebe gesperrt. Betroffen sind überwiegend Schweinemastbetriebe in Niedersachsen.
Die Zahl der wegen Dioxinverdachts von den zuständigen Landesbehörden vorsorglich geschlossenen Betriebe erhöhte sich erneut, berichtet orf.at. Wie das deutsche Verbraucherministerium mitteilte, sind deutschlandweit gegenwärtig 4.709 Betriebe geschlossen. Betroffen sind den Angaben zufolge überwiegend Schweinemastbetriebe. Der Großteil liege in Niedersachsen. Dort dürfen 4.468 Betriebe aus Vorsorgegründen so lange keine Produkte mehr ausliefern, bis deren Unbedenklichkeit erwiesen ist. Für Verbraucher hat das Ministerium eine Telefonhotline eingerichtet.

Bis zu 60 Millionen Schaden für Bauern pro Woche

Der deutsche Bauernpräsident Gerd Sonnleitner rechnet wegen des Dioxinskandals mit einem Schaden von 40 bis 60 Millionen Euro pro Woche für die betroffenen Bauern. Die Futtermittellieferanten sollen die Zeche zahlen. „Sie müssen die Schadensersatzansprüche der Landwirte abgelten. Da werden wir bis zum Letzten gehen“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Kein Schadensersatz für "unauffällige" Betriebe

Dem deutschen Bauernverband bereite aber eine Sache große Sorge: „Betriebe, die gesperrt waren, bei denen aber letztlich kein Dioxin nachgewiesen worden ist, schauen in die Röhre.“ Man könne juristisch gesehen dafür niemanden haftbar machen. Sonnleitner: „Deshalb muss die Futtermittelindustrie sobald wie möglich einen Schadensfonds auflegen, der jährlich mindestens eine dreistellige Millionensumme umfassen müsste.“ Dieser Fonds wäre laut Sonnleitner eine Rückversicherung, etwa für den aktuellen Skandal. Bauern, die unschuldig hineingezogen werden, könnten so entschädigt werden (Quelle: orf.at).


Aktualisiert am: 07.01.2011 15:28
Landwirt.com Händler Landwirt.com User