Dioxin-Entwarnung für viele vorsorglich gesperrten Bauernhöfe

Das niedersächsische Agrarministerium hat nach einem Bericht des NDR gestern die meisten wegen Dioxin-Verdachts gesperrten Bauernhöfe wieder freigegeben.
Von den ursprünglich mehr als 4.400 gesperrten Betrieben in Niedersachsen müssten lediglich noch 1.470 geschlossen bleiben, teilte das Ministerium mit. Auch sie würden voraussichtlich in Kürze freigegeben. Am Sonnabend waren bereits knapp 500 Höfe mit Milchkühen wieder freigegeben worden. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern warten die meisten Landwirte noch auf die Ergebnisse der Labor-Untersuchungen. Die Kieler Landwirtschaftsministerin Juliane Rumpf (CDU) sagte am Sonnabend im NDR, dass voraussichtlich 21 Schweinemastbetriebe in Schleswig-Holstein bald wieder freigegeben werden könnten. In Mecklenburg-Vorpommern warten 18 Landwirte auf die Ergebnisse.

Labor-Ergebnisse: Drastische Überschreitungen der Dioxin-Gehalte im Mischfett

Die noch ausstehenden Analyse-Ergebnisse von insgesamt 112 Futterfettproben der Firma Harles und Jentzsch aus Uetersen sollen am Montag veröffentlicht werden. In den vergangenen Tagen waren in ersten Proben aus dem schleswig-holsteinischen Unternehmen drastische Überschreitungen der Grenzwerte gefunden worden. Der Dioxin-Gehalt der dort verwendeten Fette lag teilweise mehr als 70 mal höher als erlaubt. Zuvor hatte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium mitgeteilt, vermutlich habe Harles und Jentzsch seine Kunden betrogen und "technische Mischfettsäure als teures Futterfett verkauft". Daraus ergebe sich auch der Verdacht der Steuerhinterziehung.

Kritik an Importstopp anderer Länder

Das Bundeslandwirtschaftsministerium kritisierte am Sonntag Verkaufs- und Einfuhrverbote für deutsche Lebensmittelprodukte in anderen Ländern. "Wir stellen klar, dass zu keinem Zeitpunkt irgendeine Gesundheitsgefährdung von deutschen Exporten ausgegangen ist", sagte ein Ministeriumssprecher. Die EU-Kommission habe die Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland bestätigt. Die EU-Kommission bat für diesen Montag europäische Futterfett-Hersteller zu einem Krisentreffen. Auch Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) lud Vertreter der Landwirte, der Futtermittelindustrie und von Verbraucherverbänden zu einer Konferenz ein (Quelle: ISN; schweine.net).


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Aktualisiert am: 05.04.2011 09:22
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