Diesmal optimal in die Weidesaison starten

Aktuelle Versuchsergebnisse zeigen das große Leistungspotential des Weidefutters sowohl für Milchviehbetriebe als auch für Mutterkuh- und Mastbetriebe auf. Ein zeitgerechter Weideaustrieb im Frühling sowie eine langsame Übergangsfütterung sind jedoch für einen guten Start in die Weidesaison erforderlich.
Die Weidehaltung wirkt sich nicht nur positiv auf den Bewegungsapparat aus und stärkt die Widerstandskraft von Rindern, sondern liefert bei richtigem Weidemanagement auch das kostengünstigste Grundfutter mit einer sehr hohen Qualität.
Die Weidehaltung wirkt sich nicht nur positiv auf den Bewegungsapparat aus und stärkt die Widerstandskraft von Rindern, sondern liefert bei richtigem Weidemanagement auch das kostengünstigste Grundfutter mit einer sehr hohen Qualität.
Neben dem Rind (Weideverhalten) müssen auch die Pansenmikroben langsam und gleitend über zumindest 2 Wochen an das Weidefutter gewöhnt werden. In der Übergangszeit dürfen daher den Pansenmikroben (Kühen) nur langsam steigende Grünfutter- bzw. Weidefuttermengen zusätzlich zur bisherigen Ration angeboten werden. Eine Möglichkeit stellt die Beschränkung der Weidezeit bzw. des Weidefutterangebots dar. Letzteres kann bei sehr frühem Austrieb im Frühling mit einfachen Mitteln erreicht werden.

Da die Strukturwirksamkeit des jungen Weidegrases gering ist, sollten in der Übergangszeit zumindest 3 kg eines qualitativ hochwertigen Heues des 1. Schnittes verfüttert werden. Wenn kein Heu zur Verfügung steht, kann durch Fütterung von zumindest 10 kg einer angewelkten Grassilage (1. Schnitt, 35 % TM) ein Ausgleich geschaffen werden. Nach der Übergangszeit können diese Anteile langsam reduziert werden. Zusätzlich muss, wie generell bei Weidehaltung, auch in der Übergangszeit die Kraftfuttermenge reduziert werden. Da junges Weidegras auch eiweißreich ist, kann die Eiweißergänzung über das Kraftfutter reduziert werden. Das Kraftfutter sollte sich darüber hinaus nicht nur aus Getreide (Gerste, Weizen) zusammensetzen. Empfehlenswert ist ein Getreideanteil von nicht wesentlich mehr als 60 % in der Mischung. Diese Komponenten werden im Pansen rasch abgebaut und führen daher zu einer deutlicheren pH-Wert Absenkung. Günstig sind hier Körnermais- und Trockenschnitzelanteile (20-30 % bzw. 10-20 %) im Kraftfutter. Auf eine ausgewogene und bedarfsgerechte Versorgung mit Viehsalz (20–40 g), Mineralstoffen und Spurenelementen ist zu achten. Zur Vorbeuge von Weidetetanie durch Magnesiummangel kann der Einsatz von zumindest 50 g einer magnesiumreichen Mineralstoffmischung zur jungen Weide empfohlen werden.

Autor: Dr. Andreas STEINWIDDER, BIO-Institut, HBLFA Raumberg-Gumpenstein


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Aktualisiert am: 27.03.2006 15:08
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