Die privaten Molkereien Süddeutschlands ziehen Bilanz

Der Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft (VBPM) beschließt, die Milcherzeuger auf dem Weg in die Liberalisierung des Marktes zu unterstützen.
Gastreferent beim Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft: Dr. Holger Thiele vom Informations- und Forschungszentrum für Ernährungswirtschaft in Kiel.
Gastreferent beim Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft: Dr. Holger Thiele vom Informations- und Forschungszentrum für Ernährungswirtschaft in Kiel.
Nach einem weiteren Jahr der Schwankungen am Milchmarkt ziehen die privaten Molkereiunternehmen in Bayern Bilanz. 2009 war ein schwieriges Jahr und es mussten in vielen Bereichen Einbußen hingenommen werden. „Die Verbraucher und die Industrie sind nach wie vor zurückhaltend beim Verbrauch von Milchprodukten und die Verunsicherung der Milcherzeuger stellt ein erhebliches Risiko für die gesamte Branche dar. Statt sich unter den gegebenen Rahmenbedingungen auf die Zukunft hin auszurichten, blickt immer noch ein Teil der Betroffenen zurück und versucht, die Zeit zurückzudrehen“, so Susanne Nüssel, Geschäftsführerin des Verbands der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft.

EU will Ernährungssicherheit
Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) heißt der Kurs, den Europa eingeschlagen hat. Das ändert sich auch mit dem neuen EU Agrarkommissar Dacian Ciolos nicht. Hier werden ehrgeizige Ziele verfolgt, wie die Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit für 500 Mio. Verbraucher, die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Landwirtschaft und nicht zuletzt Leistungen wie eine flächendeckende, nachhaltige sowie vielfältige Produktion in allen Regionen der EU. Milcherzeuger werden als Unternehmer in die Verantwortung genommen - wie bereits zuvor die Erzeuger in anderen Agrarbereichen. „Die Aufgabe der Molkereien ist es, die Milcherzeuger bei dieser Entwicklung zu unterstützen“, so Nüssel. Der VBPM begrüßt die Bereitstellung von Sondermitteln durch die EU, den Bund und den Freistaat Bayern in der Vergangenheit. Aber die Unterstützung muss weitergehen und alles was die Liquidität der Milcherzeuger stärkt, ist zu begrüßen. Hier sei die Kostenübernahme der Tierseuchenkasse für den Impfstoff gegen die Blauzungenkrankheit, die abgesenkte Agrardieselsteuer und die baldmöglichste Auszahlung des Einbehalts bezüglich der Superabgabe genannt. Ganz konkret können in Bayern rund 0,75 Mio. €/Jahr für die Milcherzeuger eingespart werden, da sich die Privaten Molkereien für die Mitnahme der Gewebeproben zur BVD (Bovinen Virusdiarrhoe) Untersuchung im Milchsammelwagen ausgesprochen haben.

Milchmarkt entwickelt sich positiv
„Selbstverständlich spielt der Milchauszahlungspreis in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Dieser muss sich an der Marktentwicklung orientieren und hängt von den Verwertungserträgen der verschiedenen Produkte ab“, erklärte Susanne Nüssel. Anlässlich der Vortragsveranstaltung stellt Dr. Holger Thiele, ife Kiel, die Erträge der Grundverwertungen dar und gibt so eine Orientierung für die anderen Produkte. In der anschließenden Diskussion besteht Einigkeit, dass die kurzfristigen Entwicklungen moderat sein werden, dass sich der Milchmarkt langfristig gesehen jedoch positiv entwickelt. Dies kommt speziell den bayerischen Markenprodukten zugute. Der Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft e. V. vertritt die Interessen der 41 Privatmolkereien in Bayern. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verarbeiten über 50 % der in Bayern angelieferten Milch. (VBPM)


Aktualisiert am: 18.03.2010 22:01
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