Die grüne Gentechnik – Risiko oder Segen?

Der Einsatz der Gentechnik oder gentechnologischer Methoden wird derzeit in Europa, speziell aber in Österreich, heftig diskutiert. Der Beitrag will Basis-Information als Hilfe zu einer sachlichen Auseinandersetzung von Befürwortern und Gegner liefern.
Klonen – hier von Kartoffeln – zählt nicht zur Gentechnik, sondern ist eine der bewährten und schon lange etablierten Zuchtmethoden.
Klonen – hier von Kartoffeln – zählt nicht zur Gentechnik, sondern ist eine der bewährten und schon lange etablierten Zuchtmethoden.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft in manchen Bereichen sehr großen Nutzen bringen kann. Voraussetzung ist - wie bei sämtlichen technologischen Verfahren - die gewissenhafte, vorausschauende und verantwortungsvolle Anwendung. Fragen wie Kennzeichnung, Haftung und Koexistenz müssen noch geklärt werden. Ein Gentechnikverbot in Österreich oder der EU würde auf Dauer zu einem Wettbewerbsnachteil führen. Andere Länder würden diese Technik einsetzen und über Umwege kämen diese Produkte mit Sicherheit auch nach Österreich. Natürlich muss eine deutliche und wertfreie Kennzeichnung dem Konsumenten den Einsatz von Gentechnik klar aufzeigen und somit seiner Entscheidung überlassen werden, was er kauft.

Dringend notwenig ist eine wirklich sachliche Auseinandersetzung, Emotionen sollen nicht geschürt, sondern ausgeklammert werden. Allein die Bezeichnung „Gen - Manipulation“ hat einen Angst machenden Touch. Angst ist eine Emotion, der man nur mit sachlicher Information begegnen darf. Man muss Ängste ernst nehmen und nicht wegwischen. Andererseits muss man von Gegnern dieser Grünen Gentechnik verlangen, dass sie sich mit der Problematik sachlich/wissenschaftlich auseinandersetzen und nicht nur einfach behaupten, der Mensch - der Bauer als Produzent und der Bürger als Konsument - will das nicht!

Sollte sich diese immer wieder aufgestellte Behauptung bewahrheiten, müssten gentechnisch veränderte Lebensmittel, so sie entsprechend gekennzeichnet sind, doch von selbst vom Markt verschwinden nach dem Motto „Was keiner will und somit auch keiner kauft, wird längerfristig auch nicht angeboten!“



Autor: Von Mag. Michael HANDSCHUR, Institut für medizinische und pharmazeutische Chemie, Abt. Mikrobiologie und Biotechnologie, Universität Wien und Ludwig-Boltzmann-Institut für Leukämieforschung und Hämatologie, Hanusch Krankenhaus/Wien.


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Aktualisiert am: 21.09.2006 10:35
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