Die Pauschalierung in der Landwirtschaft

Die Pauschalierungsverordnung 2001 gilt für die Veranlagung von nichtbuchführungspflichtigen Landwirten für die Jahre 2001 bis 2005. Sie ist somit noch für die Besteuerung dieser Landwirte im Jahre 2004 und voraussichtlich auch noch 2005 von Bedeutung.



Vor dem Verkauf von Forstflächen ist es meist sinnvoll, das stehende Holz zu schlägern.
Vor dem Verkauf von Forstflächen ist es meist sinnvoll, das stehende Holz zu schlägern.
Die sich aus den einzelnen Betriebsteilen ergebende Gewinnsumme ist um die vereinnahmten Pachtzinse zu erhöhen und um Sozialversicherungsbeiträge des Betriebsführers, betriebliche Schuldzinsen, bezahlte Pachtzinse und Ausgedingslasten zu vermindern.
Bei den Sozialversicherungsbeiträgen geht die Finanzverwaltung in ihren Einkommensteuerrichtlinien Rz 4246 davon aus, dass nur die an die Sozialversicherungsanstalt der Bauern bezahlten Beiträge abgezogen werden dürfen. In einem nun jüngst zu diesem Thema ergangenen Erkenntnis des Unabhängigen Finanzsenates (27. 7. 2004, GZ RV/0568-L/03) hat dieses Gericht klargestellt, dass pauschalierte Landwirte, die Dienstnehmer beschäftigen, die für diese Personen an die Gebietskrankenkasse geleisteten Beiträge zusätzlich in der Erklärung in Abzug bringen dürfen. Diese Beiträge sind also entgegen der bisherigen Ansicht der Finanzverwaltung nicht „abpauschaliert“ und vermindern somit zusätzlich die Einkommensteuerbelastung des Landwirtes.
Den Landwirten wird empfohlen, ab jetzt dem Unabhängigen Finanzsenat zu folgen und die Gebietskrankenkassenbeiträge zusätzlich zur Pauschalierung in der Steuererklärung abzuziehen. Falls Einkommensteuerbescheide 2003 noch nicht rechtskräftig sind, kann aus diesem Titel noch Berufung erhoben werden.

Text von Dipl. Ing. Dr. Christian Urban

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Aktualisiert am: 01.12.2004 14:52
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