Die Klimaschutzgemeinden 2009

Zum zweiten Mal haben das Lebensministerium und der Gemeindebund die Auszeichnung "Österreichs Klimaschutz-Gemeinde" verliehen.
Die burgenländische Gemeinde Strem ist seit Jahren Vorbild in Sachen Energieautarkie.
Die burgenländische Gemeinde Strem ist seit Jahren Vorbild in Sachen Energieautarkie.
Fast 100 Kommunen haben dieses Jahr ihre Klimaschutzprojekte eingereicht - das Spektrum erstreckte sich von technischen Maßnahmen bis zur Bewusstseinsbildung - und der Jury, bestehend aus Umweltminister Berlakovich, Ulrike Baumgartner-Gabitzer (Mitglied des Verbund-Vorstandes), Univ.Prof. Günter Brauner (TU Wien), Ingmar Höbarth (Klimafonds), Monika Langthaler (brainbows), Peter Molnar (Klimabündnis) und Peter Vadasz (Bürgermeister der Stadt Güssing), vorgelegt. Insgesamt ging es beim Bewerb um ein vom Verbund gewidmetes Preisgeld in der Gesamthöhe von 90.000 Euro Auf die Erstplatzierten der jeweiligen Kategorie entfielen 18.000 Euro auf die zweiten Plätze 8.000 Euro und auf die dritten 4.000 Euro.

Gewinner nach Kategorien
In Kategorie 1 (bis zu 1.500 Einwohner) wurde die burgenländische Marktgemeinde Strem mit dem ersten Preis ausgezeichnet, Langenegg (Vbg.) erreichte den zweiten Platz und den dritten teilen sich Stetteldorf am Wagram (NÖ) und Raabau (Stmk.). In der 2. Kategorie (1.500 bis 5.000 Einwohner) belegte die Tiroler Gemeinde Virgen den ersten Platz, zweite wurde Burgkirchen (OÖ), dritte Schiefling am See (Ktn.). In Kategorie 3 (mehr als 5.000 Einwohner, Gemeindeverbände beziehungsweise Regionen) wurde Gleisdorf (Stmk.) als Sieger ermittelt, gefolgt von Bruck an der Leitha (NÖ) und Feldkirch (Vbg.).

Die Siegerprojekte
Strem ist seit Jahren Vorbild in Sachen Energieautarkie. Durch Biomasse-Fernwärme ist die Marktgemeinde in der Lage, seinen Eigenbedarf an Wärme zur Gänze abzudecken. In einer Biogasanlage wird aus regionalem Grünland Biomethan erzeugt und daraus Ökostrom und Nahwärme produziert. Auch im Verkehrssektor setzt der Ort auf umweltfreundliche Alternativen: Autofahrer können bald in einer eigens errichteten Tankstelle Biomethan tanken. Im öffentlichen Verkehr wurden die Niederflurbusse auf Biodieselantrieb umgestellt. Besucher können sich auf dem 1. Burgenländischen Biogas-Themenweg oder dem ökoRadweg selbst ein Bild vom ökoEnergieland machen.

Virgen in Tirol setzt auf die Kraft von Sonne und Wasser: eine 41 Quadratmeter große Photovoltaikanlage und drei Kleinwasserkraftwerke liefern Strom für die Bewohner. Entscheidend für die Erreichung des Ziels, den gemeindeweiten Energieverbrauch ausschließlich aus der Nutzung heimischer Ressourcen zu decken, ist die Einbeziehung der Einwohner. Durch ein großzügiges Förderprogramm konnten zahlreiche private thermische Solaranlagen, Biomasse-Heizungen und Sanierungen in Passiv- beziehungsweise Niedrigenergiehausqualität realisiert werden.

Das Erfolgsgeheimnis der Stadt Gleisdorf liegt in einem Methoden-Mix in den Bereichen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Solarkollektoren mit einer Gesamtfläche von 3.300 Quadratmetern, 161 Pelletsheizungen und drei zentrale Biomasseheizwerke versorgen die Bewohner mit Wärme und Strom. Für die klimafreundliche Mobilität wurde beziehungsweise wird eine Infrastruktur für Solartankstellen im öffentlichen Raum aufgebaut - 300 Elektrofahrzeuge sind bereits im Einsatz. Insgesamt will Gleisdorf die CO2-Emissionen bis 2015 um 20% senken, Strom soll bis dahin zu 100 % CO2-neutral sein.


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Aktualisiert am: 27.11.2009 10:53
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