Die Gemeine Rispe – das heimliche Ungras

Ist das Gras selten, fällt es fütterungstechnisch nicht auf. Ist es dominierend, bleibt das Futter aufgrund des muffigen Geschmack auf dem Futtertisch liegen. Die Gemeine Rispe lässt sich leicht in Schach halten.
Die Gemeine Rispe kommt nahezu in allen Wiesen und vielen Weiden in Österreich vor. Bleibt ihre Ausbreitung bei unter 5 %, so hat sie weder für den Pflanzenbestand noch für die Futterqualität negative Auswirkungen. Werden Wiesen stark unternutzt oder übernutzt, so kann sich die Gemeine Rispe in der lückig werdenden Grasnarbe explosionsartig ausbreiten. Hat sie eine „Mächtigkeit“ von über 20 % erreicht, gibt es Probleme in der Futterakzeptanz. Die Gemeine Rispe muss erkannt und auch dementsprechend mit geeigneten Maßnahmen bekämpft werden. Das Problem durch die Gemeine Rispe ist für die Grünland- und Viehwirtschaft mit Sicherheit nicht geringer als jenes mit der Verampferung der Wiesen und Weiden. Zwar ist die Gemeine Rispe im Pflanzenbestand unscheinbar bis wohltuend, allerdings gehen die Futtererträge zurück und die Futterqualität verliert die Akzeptanz. Die geeigneten Maßnahmen können das heimliche Ungras massiv zurückdrängen und die Pflanzenbestände innerhalb einer Saison sanieren.

Von Univ.-Doz. Dr. Karl BUCHGRABER, HBLFA Raumberg-Gumpenstein


Aktualisiert am: 11.08.2010 16:13
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