Die Eibe ist Baum des Jahres 2013

Die Eibe, einer der in Österreichs Wäldern gefährdetsten Bäume, steht im Mittelpunkt des heurigen Jahres.
Die roten Früchte der Eibe sind vor allem für Nicht-Wiederkäuer tödlich. Foto: Bundesforschungszentrum für Wald/Heinze
Die roten Früchte der Eibe sind vor allem für Nicht-Wiederkäuer tödlich. Foto: Bundesforschungszentrum für Wald/Heinze
Das Jahr 2013 steht im Zeichen der Eibe. Das Nadelgewächs mit den im Herbst wachsenden typischen roten Früchten (weibliche Pflanzen) ist sehr giftig – Nadeln, Rinde und Samenkern sind toxisch, vor allem für jene unter uns, die keine Wiederkäuer sind. Für Vögel sind die roten Beeren eine relativ harmlose Delikatesse, weil sie den darin enthaltenen Kern unverdaut wieder ausscheiden und so für die Verbreitung der Art sorgen.
Nunmehr ist man bedacht, die Eibe zwecks Artenvielfalt zu erhalten, weil sie in Österreichs Wäldern gefährdet ist. Auch für die wiederkäuenden Rehe stellen die Triebe eine schmackhafte Abwechslung dar, weswegen die junge und im Vergleich zu anderen Baumarten langsam wachsende Eibe mithilfe von Umzäunungen und anderen Maßnahmen geschützt werden muss. Aber warum ist die Eibe eigentlich so besonders?

Zwei Häuser im Wald

Es ist ihr zähes rötlich gefärbtes Holz, aber auch ihre Giftigkeit, die ihr seit jeher den Ruf eines Hexen- Zauber oder Totenbaums eingebracht hat. Bogen- und Instrumentenbauer erfreuten sich schon immer an der Beschaffenheit des Holzes und in der Medizin hat man mit ihrem Gift Taxan Erfolge bei der Krebstherapie verbucht. Was noch besonders an ihr ist, dass es männliche und weibliche Bäume gibt, was man in der Botanik als diözisch – zweihäusig – bezeichnet. Tragen die weiblichen Pflanzen wie bereits erwähnt eine rote, fleischige Frucht, so wachsen bei den männlichen kleine Zapfen heran, die die Samen beinhalten. Es kann aber auch sein, dass die Eiben monözisch veranlagt sind, also männliche und weibliche Blüten auf einem Baum vorkommen. „Ihre Sonderstellung im Wald ist aber durch die extreme Schattenfestigkeit gegeben – Eiben können, wenn sie einmal aufkommen, ganze Bestände „unterwandern“. Natürliche Vorkommen finden sich außerdem oft in einer charakteristischen mittleren Höhenzone in den Wäldern.
Aber die Eibe ist trotz ihrer Robustheit nicht vor Krankheiten gefeit: Die Cryptocline-Nadelschütte ist vor allem bei jenen Eiben anzutreffen, die unter Lichtmangel leiden.

Mehr über die Eibe finden Sie hier:
Naturwaldreservate Österreich
Forstwirtschaftliche Beschreibung der Eibe
Eibenkrankheiten

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Aktualisiert am: 22.03.2013 10:06
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