Die Brunst erkennen

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Agrarwissenschaftler Christian Fasching von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ging der Frage nach, wie bessere Brunsterkennung mit Hilfe moderner Technik funktioniert. Am 7. und 8. November 2017 präsentierte er Ergebnisse einer Umfrage unter Milchviehhaltern.
DI Christian Fasching untersuchte den Einsatz von Brunsterkennungssystemen in der Praxis. Foto: Taferner
DI Christian Fasching untersuchte den Einsatz von Brunsterkennungssystemen in der Praxis. Foto: Taferner
DI Christian Fasching stellte am 7. und 8. November 2017 die Ergebnisse einer Umfrage unter Milchviehhaltern zum Thema Brunsterkennungssysteme in Niederösterreich vor. Die Vertreter der im LANDWIRT Praxisttest verglichenen Systeme (Heatime, Nedap, Smartbow, smaXtec) beantworteten anschließend spezifische Fragen der Besucher. Die Fachtage in den landwirtschaftlichen Fachschulen Pyhra, Warth, Gießhübl und Edlhof standen unter dem Motto „Mehr Erfolg im Kuhstall“.

Brunsterkennung erschwert

Als Faustregel gilt: Je höher die Leistung und je älter die Kuh, umso schwerer ist die Brunst zu erkennen. Die äußeren Anzeichen für eine Brunst sind weniger ausgeprägt - die Brunst wird stiller. Die Kühe zeigen weniger Änderung bei Aktivität und seltener einen Duldungsreflex. Vor 50 Jahren zeigten noch 80 % der Kühe einen Duldungsreflex, heute nur noch 50 % der Kühe, stellte Fasching fest! Immer mehr Betriebe setzen daher auf automatische Brunsterkennungssysteme zur Unterstützung.

LANDWIRT Online-Umfrage als Basis

Im Zuge des Vergleichstests der Systeme wurde in Zusammenarbeit mit dem LANDWIRT eine Onlinebefragung durchgeführt. 128 Betriebe haben mitgemacht, 84 Betriebe davon hatten kein Brunsterkennunssystem. 45 % der Teilnehmer gaben an, die hätten das System vorrangig als Unterstützung zur Brunsterkennung gekauft.
Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer ohne Brunsterkennungssystem meint, so ein System wäre für ihren Betrieb interessant. Die Umfrage fand in Österreich und im bayerischen Raum statt. Es war eine freiwillige Umfrage unter Abonnenten des LANDWIRT Newsletters und unter Betrieben des Arbeitskreis Milch. Zwar sei das Ergebnis nicht repräsentativ für Österreich, dennoch ließen sich daraus interessante Rückschlüsse ziehen, folgerte Fasching. An der Umfrage nahmen überwiegend Vollerwerbsbetriebe teil. Nur ein Drittel der Teilnehmer führten einen Betrieb im Nebenerwerb.

Im Vollerwerb verbreitet

Es zeigte sich in den Ergebnissen, dass deutlich weniger Nebenerwerbsbetriebe ein Brunsterkennungssystem haben. Fasching stellt fest: "Wer einen Melkroboter hat, hat in der Regel auch ein Brunsterkennungssystem." Es zeigte sich, dass Betriebe mit Brunsterkennungssystem rund 1.000 kg mehr Milch pro Kuh ermolken als jene ohne. Sie hatten aber auch eine höhere durchschnittliche Zwischenkalbezeit (287 vs. 273).

Bringen Zeitersparnis

"Es gibt sogar Betriebe, die auf visuelle Brunstbeobachtung verzichten", stellte Fasching in seinen Auswertungen fest. Seiner Ansicht nach, kann ein Brunsterkennungssystem besonders für Nebenerwerbsbetriebe sinnvoll sein. Es kann helfen, die Trächtigkeitsraten hoch zu halten. Es hilft Zeit zu sparen, aber nicht auf Kosten der Fruchtbarkeit.

Aktualisiert am: 08.11.2017 17:02
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