Die Abrufstation zur Gesundheitskontrolle nützen

In Sauengruppen mit Abruffütterung ist die tägliche Gesundheitsüberwachung schwierig. Eine neue Entwicklung, mit der die Abrufstation zur Gesundheitskontrolle in Sauengruppen eingesetzt werden kann, zeigt sich vielversprechend.
Die Abrufstation kann auch zur Gesundheitskontrolle genutzt werden (Foto: Hoy).
Die Abrufstation kann auch zur Gesundheitskontrolle genutzt werden (Foto: Hoy).
Die Abruffütterung von tragenden Sauen erlaubt eine individuelle Fütterung bei einem Tier-Fressplatz-Verhältnis von etwa 60 :1. Damit ist die Gesundheitskontrolle aller Sauen während der Fütterungszeit nicht möglich, weil der Futterstart oft in den Nachtstunden liegt. Allerdings kann der Betriebsleiter die Fütterungsberichte der Abrufstation überprüfen und beim Stalldurchgang gezielt nach auffälligen Sauen schauen. Wenn Sauen nicht zur Station gekommen sind, um ihre tägliche Futterration abzurufen, ist das ein erster Hinweis auf mögliche gesundheitliche Probleme des jeweiligen Tieres. Außerdem kann eine nicht vollständig abgerufene Futterportion und somit die Restfuttermenge auf mögliche individuelle Störungen hindeuten. Mit unserer vorliegenden Untersuchung haben wir einen noch weiter gehenden Ansatz verfolgt. Basis dafür waren eigene Ergebnisse, wonach die Sauen immer in etwa derselben Reihenfolge und damit zur selben Zeit zum Fressen in die Abrufstation gehen.

Voruntersuchungen in einem Ferkelerzeugerbetrieb
Die Untersuchungen fanden in einer Gruppenbucht für ca. 100 Sauen mit zwei elektronischen Abrufstationen statt, bei denen automatisch die Reihenfolge der Futteraufnahme der Sauen über neun Monate hinweg nahezu täglich erfasst wurde. Nach dem Futterstart bekamen die Sauen je nach Reihenfolge eine Platzziffer (d.h. 1 für die erste Sau, die nach dem Futterstart die Station besucht usw.). An mehreren aufeinander folgenden Tagen wurde jeweils die Wiederholbarkeit der Platzziffern analysiert. Zwischen den Platzziffern (von 1 bis 50) an aufeinander folgenden Tagen bestand ein statistisch gesicherter Zusammenhang bei allen analysierten Sauengruppen. Es waren stets dieselben Sauen, die als erste oder letzte zum Fressen in die Station kamen. Somit war die Reihenfolge der Stationsbesuche sehr stabil und das Fressverhalten von Sauen an der Abrufstation kann durch die Reihenfolge, in der die Sauen die Station besuchen, charakterisiert werden (Besuchsreihenfolge,
Platzziffern für Besuche).

Untersuchungen im Lehr- und Versuchszentrum
In einem ersten Schritt wurden die Stationsbesuche an drei Stationen über einen Zeitraum von 117 Tagen in einer Großgruppe mit ca. 210 Sauen im Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp analysiert. Anhand der dokumentierten Uhrzeit jedes Besuches konnte die Besuchsreihenfolge für jede Station ermittelt werden. Jede Sau erhielt eine Platzziffer für jeden Tag. Danach verglichen wir diese Daten für Sauen, die im Laufe der Gruppenhaltung im Wartestall behandelt worden waren, am Behandlungstag und an den Tagen ohne Behandlung.

Autoren: Prof. Dr. Steffen HOY und Birgit HINRICHS (MSc), Universität Gießen (D)

Den gesamten Artikel können Sie in der Ausgabe 20/2012 nachlesen. Gratis Probeheft bestellen.

Aktualisiert am: 02.10.2012 15:45
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