Deutz-Fahr Agroplus 410, Massey Ferguson 3635 und Zetor Proxima 90 im Vergleich

Traktoren mit einem einfachen mechanischen Getriebe und wenig elektronischem Schnickschnack bezeichnet man als Lowtech-Traktoren. Dennoch sind solche Gefährte für viele der anfallenden Arbeiten ausreichend. „Der fortschrittliche Landwirt“ hat drei Traktoren dieser Klasse miteinander verglichen.
Low-tech-Traktoren im Vergleich: (v.l.) Zetor Proxima 90, Deutz-Fahr Agroplus 410 und Massey Ferguson 3635.
Low-tech-Traktoren im Vergleich: (v.l.) Zetor Proxima 90, Deutz-Fahr Agroplus 410 und Massey Ferguson 3635.
Der Kauf eines neuen Traktors kostet viel Geld. Darum ist es wichtig, dass jeder Landwirt prüft, wie viel Technik er wirklich braucht. Ist es nötig, dass der Mischwagentraktor eine gefederte Kabine hat, obwohl er meistens seine Arbeit ohne Fahrer verrichtet? Oder ist es nötig, dass der Traktor vor dem Kreiselheuer mit einem stufenlosen Getriebe ausgerüstet ist? Viele Arbeiten auf dem Hof lassen sich auch mit einem einfach ausgerüsteten Traktor erledigen. Das wissen auch viele Landwirte und kaufen kostenbewusst ihren Traktor. Das beweist jedenfalls die Verkaufsstatistik. So werden in Österreich nach wie vor viele Traktoren mit einer einfachen Ausrüstung angeschafft.

Unter der Haube des Agroplus arbeitet ein 4-Zylinder-Motor von SDF.
Unter der Haube des Agroplus arbeitet ein 4-Zylinder-Motor von SDF.
Die Testkandidaten
„Der fortschrittliche Landwirt“ hat sich dieser Tatsache angenommen und Traktoren mit einfacher Technik einem Vergleichstest unterzogen. Die Vorgaben waren, dass sie einerseits eine Motorenleistung von 80 bis 90 PS haben und andererseits mit einem einfachen mechanischen Getriebe ausgestattet sind. Außerdem wurde auch auf jeglichen Schnickschnack wie zum Beispiel eine EHR oder eine Klimaanlage verzichtet.
Getestet wurden der Deutz-Fahr Agroplus 410, der Massey Ferguson 3635 und der Zetor Proxima 90. Alle Testkandidaten mussten neben dem umfangreichen Praxistest auch auf dem Traktorprüfstand der ART Tänikon ihr Leistungspotenzial unter Beweis stellen.

Der Proxima 90 wird von einem hauseigenen Motor mit vier Zylindern und einem Hubraum von 4,2 Litern angetrieben.
Der Proxima 90 wird von einem hauseigenen Motor mit vier Zylindern und einem Hubraum von 4,2 Litern angetrieben.
Praxiseinsatz
Beim praktischen Teil wurden die Traktoren überwiegend auf einem Milchviehbetrieb eingesetzt. Sie wurden unter anderem vor einen sechs Kubikmeter großen Güllewagen und vor einen großen Doppelschwader gespannt. Für den Betrieb des selbstfüllenden Futtermischwagens waren leider nicht alle Testkandidaten geeignet, da sie zu klein beziehungsweise zu leicht waren. Bei einem Lohnunternehmer wurden diese Traktoren hauptsächlich für Transportarbeiten auf der Straße eingesetzt.

Angetrieben wird der 3635 von einem 3-Zylinder-Motor aus der konzerneigenen Motorenschmiede AGCO-Power – vormals Sisu.
Angetrieben wird der 3635 von einem 3-Zylinder-Motor aus der konzerneigenen Motorenschmiede AGCO-Power – vormals Sisu.
Prüfstandsmessungen
Für die Leistungsmessungen auf dem Prüfstand war die Agroscope Reckenholz Tänikon (ART) zuständig. Sie hat die Traktoren auf Herz und Nieren durchgecheckt. Die Motorleistung wird an der Zapfwelle gemessen, damit Leistungsverluste durch Getriebe und Nebenaggregate wie Hydraulikpumpen und Motorkühlung mitberücksichtigt werden. Die Treibstoffmessung erfolgt mittels Kraftstoffwaage. Der spezifische Verbrauch in Gramm pro Kilowattstunde (g/kWh) eignet sich für den Vergleich unterschiedlicher Traktoren. Je tiefer der Wert, desto sparsamer der Motor. Für die Praxis sind neben dem Verbrauch bei Nenn- oder Maximalleistung besonders die Verbräuche bei Teilbelastung des Motors von Bedeutung. Der Praxis am nächsten kommt die Verbrauchsmessung im Abgasmesszyklus nach ISO 8178-4, C1. Der Zyklus berücksichtigt insgesamt acht Messpunkte, die über das Motorkennfeld verteilt sind. Wie andere Fahrzeugkategorien unterliegen auch die Traktormotoren der Abgasgesetzgebung. Aktuell ist für diese Traktoren nach wie vor die Stufe IIIA gültig. Zwischen den Emissionen, der Leistung und dem Verbrauch besteht ein enges Verhältnis. Ändert man einen dieser Punkte, beispielsweise durch Tuning des Motors, so verändern sich auch die beiden andern. Nur die Messung aller drei Parameter lässt die korrekte Motoreinstellung überprüfen und getunte Motoren erkennen. An der ART werden nur Messdaten korrekt eingestellter, serienmäßiger Traktoren veröffentlicht.

Alle Einzelheiten und Testergebnisse von den drei Testkandidaten erfahren Sie im detaillierten Vergleichstest in der Ausgabe 01/2013 unserer Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“.


Aktualisiert am: 31.12.2012 10:26
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