Deutschland: Verschiebung des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration?

Da die Union und die FDP den Entwurf der Bundesregierung zur Novellierung des Tierschutzgesetzes in wichtigen Punkten ändern wollen, könnte das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration erst ab 2018 in Kraft treten.
Das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration könnte in Deutschland erst ein Jahr später als bisher vorgesehen schlagend werden.
Das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration könnte in Deutschland erst ein Jahr später als bisher vorgesehen schlagend werden.
Der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp, und der tierschutzpolitische Sprecher der Liberalen, Hans-Michael Goldmann, äußerten sich am Freitag zuversichtlich, dass sich beide Seiten in der nächsten Woche auf einen gemeinsamen Änderungsantrag verständigen können. Es zeichnet sich ab, dass das im Entwurf zum 1. Januar 2017 vorgesehene Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um ein Jahr nach hinten verschoben wird. Hier habe die Anhörung im Ernährungsausschuss gezeigt, dass praxistaugliche Alternativen kurzfristig nicht zur Verfügung stehen.
Goldmann sprach allerdings von einer Reihe noch offener Fragen, etwa im Zusammenhang mit den geplanten betrieblichen Eigenkontrollen für Tierhalter, auf die man Antworten finden müsse. Keinesfalls akzeptabel sind für den FDP-Politiker die vorgesehenen Regelungen zur Qualzucht. Da Qualzucht ohnehin verboten sei, sehe er keine Notwendigkeit für ein Ausstellungsverbot von Tieren, die entgegen dem Qualzuchtverbot gezüchtet worden sind. Hier müssten vielmehr die Zuchtverbände für die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen sorgen. Nach dem Zeitplan der Koalition soll die Tierschutznovelle nunmehr Anfang November im Bundestag beschlossen werden. Der zweite und entscheidende Durchgang im Bundesrat ist für den 14. Dezember vorgesehen.

Aktualisiert am: 23.10.2012 08:50
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