Deutschland: Rohstoffwert für Milch stabilisiert sich laut Experten

Der Rohstoffwert für Milch ist im Mai gefallen, Experten erwarten aber für Juni keinen weiteren Rückgang. Der "Rohstoffwert Milch" gibt keinen Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an, da er nur die Erlöse aus Butter und Magermilchpulver widerspiegelt.
Die anhaltend gute Nachfrage nach Käse hat die Bestände in den Reifelagern schrumpfen lassen, sodass in der nächsten Zeit mit mehr Rohstoffbedarf für die Käseproduktion zu rechnen ist.
Die anhaltend gute Nachfrage nach Käse hat die Bestände in den Reifelagern schrumpfen lassen, sodass in der nächsten Zeit mit mehr Rohstoffbedarf für die Käseproduktion zu rechnen ist.
Der Kieler Rohstoffwert für Milch ist im Mai um 1,6 Cent gefallen und hat jetzt mit 23,9 Cent (ab Hof, 4% Fett und 3,4% Eiweiß) den niedrigsten Wert seit März 2009 erreicht. Der Rückstand gegenüber dem Mai 2011 ist mit 10,9 Cent je kg weiterhin groß, wie das Kieler ife-Institut nach Angaben von Dow Jones News mitteilte. Verursacht habe diesen Rückgang der regelrechte Absturz der Butterpreise, der durch die mittlerweile eingetretene leichte Stabilisierung bei Magermilchpulver nicht kompensiert werden konnte. Im Juni ist allerdings nach Einschätzung des ife-Instituts kein weiterer Rückgang zu erwarten, denn die Preise für Butter haben sich auf dem derzeitigen Niveau stabilisiert, und Magermilchpulver tendiert fest. Auch Magermilchkonzentrat ist bereits etwas teurer geworden, ebenso wie Industrierahm. Falls diese Rahmenbedingungen sich halten, könnten die Preise für lose Butter und Magermilchpulver wieder nach oben gehen, so das Institut.

Mehrere Gründe für Preisstabilisierung
Für die bisher schon eingetretene Befestigung sieht das Institut vier Gründe: Zum einen gehen die deutschen Milchanlieferungen seit Mitte Mai zurück, und zwar laut den jüngsten Meldungen der ZMB schneller als im saisonüblichen Rhythmus. Zum Zweiten haben die Preissenkungen der Nachfrage gut getan, sodass das höhere Angebot an Milchfett aus der angelieferten Milch in größeren Mengen sowohl in Form von Butter als auch von Rahm seinen Markt findet. Drittens können Milchprodukte aus der EU im Wettbewerb am internationalen Markt durch den gesunkenen Euro-Kurs besser bestehen. Und viertens hat die anhaltend gute Nachfrage nach Käse die Bestände in den Reifelagern schrumpfen lassen, sodass in der nächsten Zeit mit mehr Rohstoffbedarf für die Käseproduktion zu rechnen ist.

Erzeugermilchpreis folgt Rohstoffwert
Dennoch dürfte laut ife-Institut eine Wende bei den Erzeugermilchpreisen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich sein. Diese folgen mit zeitlicher Verzögerung und mit weniger heftigen Ausschlägen nach oben und unten den Bewegungen des Rohstoffwertes der Milch, wird betont. Derzeit liegen sie noch deutlich darüber. Weiters wirken sich gerade erst in den Auszahlungspreisen für Mai die niedrigeren Preise für flüssige Milcherzeugnisse in vollem Umfang aus. Der "Rohstoffwert Milch" gibt nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an, da er nur Erlöse aus Butter und Magermilchpulver zugrunde legt, keine Vertragslaufzeiten zwischen Weiterverarbeitern/Handel und Molkereien berücksichtigt und nur das hier gewählte Erlös-, Kosten- und Mengenszenario bei der Berechnung herangezogen wird. Dieser vom Informations- und Forschungszentrum für Ernährungswirtschaft (ife) in Kiel monatlich veröffentlichte Wert gilt aber als wichtiger Indikator für die Milchwirtschaft. AIZ


Aktualisiert am: 13.06.2012 15:40
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