Deutschland: Milchquote nur noch 1 Cent wert

Zwei Jahre vor dem sich nun endgültig abzeichnenden Ende der europäischen Garantiemengenregelung hat die Milchquote in Deutschland kräftig an Wert verloren. Um durchschnittlich 1 Cent pro kg wechselte Milchquote bei der 39. Milchquotenbörse den Besitzer.
Beim 39. Börsentermin 317 742 t Milchquote angeboten, aber nur 172 865 t nachgefragt. Der Durchschnittspreis lag bei nur einem Cent.
Beim 39. Börsentermin 317 742 t Milchquote angeboten, aber nur 172 865 t nachgefragt. Der Durchschnittspreis lag bei nur einem Cent.
Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) zur 39. Milchquotenbörse berichtete, wurde dabei ein gewogener Durchschnittspreis von nur mehr 0,01 Euro je Kilogramm Milch ermittelt, und zwar sowohl im Übertragungsgebiet West als auch im Übertragungsgebiet Ost. Es ist der bisher niedrigste Wert. Im Übertragungsgebiet West verbilligte sich das Kilogramm Garantiemenge im Vergleich zum Börsentermin im November 2012 um 0,04 Euro, im Übertragungsgebiet Ost um 0,02 Euro. Im gesamten Bundesgebiet wurden laut DBV-Angaben 124 907 t Quote übertragen, was einem Anteil von 0,41 % an der nationalen Referenzmenge von etwa 30,32 Mio t Milch entspricht, die Deutschland im jetzt angelaufenen Milchquotenjahr 2013/14 zur Verfügung steht.

Mehr Angebot als Nachfrage
Gemessen an der Börse von Herbst letzten Jahres erhöhte sich das Handelsvolumen um 37 968 t oder 44 %. Dabei entfielen dem Bauernverband zufolge 110 030 t auf das Übertragungsgebiet West und 14 877 t auf das Übertragungsgebiet Ost. Bezogen auf die nationale Referenzmenge wurden 0,36 % im früheren Bundesgebiet und 0,05 % in den neuen Bundesländern gehandelt. Insgesamt wurden beim 39. Börsentermin 317 742 t Milchquote angeboten, aber nur 172 865 t nachgefragt. Insofern ergab sich ein Angebotsüberhang in der Höhe von 144 877 t. Die Zahl der Börsenteilnehmer nahm laut DBV im Vergleich zur letzten Börse um knapp 5 % ab. Rund 61 % aller Teilnehmer waren mit ihren Forderungen beziehungsweise Geboten erfolgreich, und zwar im Einzelnen 1 408 Anbieter sowie 1 496 Nachfrager, wobei alle Quotenkäufer bedient werden konnten. Die bei diesem Frühjahres-Börsentermin sichtbar gewordene weitere Entwertung der Milchquote zeigt nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes, dass die heimischen Milchbauern das bevorstehende Auslaufen der Garantiemengenregelung in ihre betrieblichen Planungen einbezogen haben. Der nächste Termin für die Milchquotenbörse ist der 1. Juli 2013. AgE

Aktualisiert am: 02.04.2013 21:13
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