Deutschland: Milchleistung im Schnitt erstmals über 8000 Kilogramm

Die Milchleistungen der geprüften Kühe in Deutschland haben weiter zugenommen. Erstmals konnte im Mittel die Marke von 8000 kg übertroffen werden.
Traditionell niedriger als im Norden und Osten fällt die Milchleistung der Kühe im Süden Deutschlands aus.
Traditionell niedriger als im Norden und Osten fällt die Milchleistung der Kühe im Süden Deutschlands aus.
Wie der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen (DLQ) vergangene Woche in Bonn mitteilte, erhöhte sich die durchschnittliche Laktation der Kühe im Rahmen der Deutschen Milchleistungsprüfung im Ende September abgeschlossenen Prüfungsjahr 2009/10 gegenüber dem Vorjahr um 104 kg auf 8.093 kg.
Die mittlere Fettmenge pro Kuh konnte von den Betrieben, die an der Milchleistungsprüfung teilnahmen, 2009/10 im Vergleich zum Vorjahr um 5 kg auf 335 kg gesteigert werden, womit sich der Fettgehalt im Schnitt um 0,01 Prozentpunkte auf 4,14 % erhöhte. Die Eiweißmenge nahm um 3 kg auf 277 kg. Der Eiweißgehalt belief sich damit wie 2008/09 auf durchschnittlich 3,43 %. Nach Angaben des DLQ waren über alle Bundesländer zuletzt insgesamt fast 3,475 Millionen Kühe der Deutschen Milchleistungsprüfung angeschlossen; das entsprach einer Abnahme um fast 30. 900 Tiere. Der Verband sieht als Grund dafür die niedrigen Milchpreise im Jahr 2009. Mehr als 2.800 Betriebe oder 4,4 % hätten die Milchleistungsprüfung verlassen. Der Großteil dieser Betriebe habe die Milchviehhaltung aufgegeben.

Brandenburg auf den dritten Rang abgerutscht
Laut DLQ erhöhte sich die durchschnittliche Bestandsgröße bei den verbliebenen etwa 62.000 Betrieben um gut zwei Kühe auf 57 Tiere. Die mittlere Herdengröße in den einzelnen Bundesländern variiere beträchtlich; sie reiche von 35 Kühen in Bayern bis zu 272 Kühen in Brandenburg, berichtete der Verband. Den ersten Rang in der Milchleistungsprüfung belegten 2009/10 dem DLQ zufolge die thüringischen Milchkühe, die eine Jahresleistung von durchschnittlich 8.964 kg Milch schafften und sich um 148 kg verbesserten. Thüringen löste damit Brandenburg vom Spitzenplatz ab, wo die Tiere zuletzt im Mittel 8.934 kg Milch gaben. Ebenfalls noch vor Brandenburg konnte sich Sachsen platzieren; die dort geprüften Kühe erreichten eine durchschnittliche Milchleistung von 8.944 kg. An vierter Stelle im bundesweiten Vergleich standen 2009/10 die Milchkühe in Niedersachsen einschließlich Bremen mit einer mittleren Leistung von 8.858 kg Milch; dort wurde mit 245 kg der kräftigste Zuwachs erzielt. Entgegen dem Bundestrend verschlechterte sich die durchschnittliche Milchleistung pro geprüfte Kuh in Sachsen-Anhalt um 19 kg auf 8.837 kg und in Mecklenburg-Vorpommern um 39 kg auf 8.824 kg. Für Nordrhein-Westfalen wies der DLQ ein durchschnittliches Melkergebnis von 8.539 kg pro Kuh aus, was ein Plus von 172 kg bedeutete. In Schleswig-Holstein nahm die Milchmenge pro Tier um 124 kg auf 8.321 kg im Mittel zu.

Fast 960.000 bayerische Kühe in der Prüfung
Traditionell niedriger als im Norden und Osten fällt die Milchleistung der Kühe im Süden Deutschlands aus. Allerdings konnten die Milchviehbetriebe in Rheinland-Pfalz und im Saarland im vergangenen Prüfjahr Boden gut machen. Die Milchleistung wurde dort gegenüber dem Ergebnis von 2008/09 überdurchschnittlich gesteigert, und zwar in Rheinland-Pfalz um 153 kg auf 7.592 kg und im Saarland um 118 kg auf 7.696 kg. In Hessen gaben die in der Prüfung stehenden Tiere zuletzt im Mittel 7.901 kg Milch; das waren nur 34 kg mehr als 2008/09. Die unteren Plätze in der Skala der Deutschen Milchleistungsprüfung nehmen Baden-Württemberg und Bayern ein. In Baden-Württemberg verbesserte sich die mittlere Milchleistung der geprüften Kühe im Prüfjahr 2009/10 um 55 kg auf 7.219 kg, während sich die Tiere in Bayern um durchschnittlich 80 kg auf 7.115 kg steigerten. Im Freistaat stehen mit fast 960.000 Tiere mit deutlichem Abstand zu den anderen Bundesländern die meisten Kühe in der Laktationsprüfung.


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Aktualisiert am: 13.12.2010 15:12
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