Deutschland: Ferkelkastration – Hoffnung auf Fristverlängerung

Im Streit um das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration könnte es in letzter Minute doch noch zu einer Lösung kommen.
Kommt in Deutschland die Ferkelkastration mit Betäubung durch den Landwirt? (Foto: agrarfoto.com)
Kommt in Deutschland die Ferkelkastration mit Betäubung durch den Landwirt? (Foto: agrarfoto.com)
Der Koalitionsausschuss von CDU/CSU und SPD hat in der Nacht von 1. auf 2. Oktober für viele überraschend beschlossen, die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre bis Ende 2020 zu verlängern. Das bedeutet, dass die Koalitionsfraktionen nun zeitnah eine entsprechende Fraktionsinitiative in den Bundestag einbringen, damit noch in diesem Jahr die Übergangsfrist verlängert werden kann. Mit dem Beschluss gibt es ein leichtes Aufatmen bei den deutschen Erzeugerverbänden. „Die Entscheidung macht Hoffnung, dass eine Fristverlängerung noch möglich ist – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Jetzt heißt es für uns, dran bleiben an dem Thema und weiter mit Hochdruck an Lösungen arbeiten, die im europäischen Kontext umsetzbar sind“, sagt Heinrich Dierkes, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), in einer ersten Reaktion. Vor dem Beschluss des Koalitionsausschusses war die Diskussion in eine Sackgasse geraten und der Streit drohte zu eskalieren. Der deutsche Bundesrat hatte in seiner Sitzung am Freitag, dem 21. September, eine Initiative des Landes Niedersachsen, die derzeit gültige Ausnahmegenehmigung um zwei Jahre zu verlängern, noch abgelehnt. Bei einer Demonstration am Rande der Agrarministerkonferenz in Bad Sassendorf am 27. September warnten die Schweinebauern nochmals vor den katastrophalen Folgen, die das Auslaufen der Ausnahmeregelung bedeuten würde. Nun kommt wieder Bewegung in die Diskussion.
Das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wird eine Verordnung auf den Weg bringen, mit der es den Landwirten ermöglicht wird, die Betäubung durchzuführen. Dafür müssen die Landwirte dann einen Nachweis erbringen, dass sie sachkundig mit dem Betäubungsgerät und dem Medikament umgehen können.

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Aktualisiert am: 06.10.2018 09:32