Deutscher Milchgipfel: Merkel ruft Bauern zu Einigkeit auf

Kurz vor dem deutschen Milchgipfel hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Erzeuger zur Geschlossenheit aufgerufen. Merkel will - wie angekündigt - mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) und dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) einen Kompromiss ausloten, allerdings zeigen sich die Verbände grundsätzlich unterschiedlicher Meinung.
Angela Merkel ruft zur Einigkeit unter den Bauern auf - Mariann Fischer Boel bleibt bei ihrem Nein zu einem Schritt zurück.
Angela Merkel ruft zur Einigkeit unter den Bauern auf - Mariann Fischer Boel bleibt bei ihrem Nein zu einem Schritt zurück.
"Das Ziel des heutigen Gesprächs ist es, mit Blick auf die akut schwierige Situation der Milchbauern jetzt zu einer deutschen Position zu kommen, die möglicherweise auch den einen oder anderen vorhandenen heftigen Dissens innerhalb der agrarischen Vertretungen überwinden kann", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm gestern laut dem Nachrichtendienst dpa.

EU weist Kritik wieder zurück
Die EU-Kommission hat wiederum anlässlich der Milch-Krisentreffen in Berlin und Brüssel die Kritik der deutschen Bauernverbände zurückgewiesen. Der jüngste Anstieg der Erzeugerpreise sei ein positives Signal, dass die europäische Politik ihre Wirkung entfalte, meinte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP in Brüssel. Zugleich bekräftigte die dänische Kommissarin ihre Vorbehalte gegen Markteingriffe zur Stützung der Milchpreise, wie sie unter anderem Deutschland und Frankreich fordern. Die EU könne nicht künstlich den Erzeugerpreis von 28 auf 40 Cent pro Liter Milch anheben, sagte die Kommissarin. "Das würde EUR 20 Mrd. aus dem Gemeinschaftshaushalt kosten, und ich bin nicht sicher, dass alle Regierungen bereit sind, eine solche Summe auszugeben." Die Bauern führen bekanntlich an, dass sie erst ab 40 Cent kostendeckend produzieren könnten.

Kein Zurück mit Fischer Boel
Auch im Streit um Milchquoten zeigte sich Fischer Boel unnachgiebig. Mit ihr werde es im Hinblick auf das Auslaufen der Höchstgrenzen für die Milchproduktion kein Zurück geben, sagte die Kommissarin. Bis 2015 sollen die Quoten schrittweise angehoben werden und dann ganz wegfallen. Die Milchbauern fürchten in diesem Fall einen neuerlichen Preisverfall. Kompromissbereitschaft signalisierte die Kommissarin lediglich bei Detailforderungen, wie etwa einem Vorstoß Frankreichs für einen Terminmarkt für Milchpulver oder Butter. "Ich schließe keine gute Idee aus", sagte Fischer Boel. (AIZ)



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Aktualisiert am: 07.10.2009 09:12
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