Deutsche Milcherzeuger blicken auf ein schwieriges Jahr zurück

Bei Auszahlungspreisen von teilweise unter 20 Cent je Kilogramm Milch wurden 2009 auch die letzten finanziellen Reserven aufgebraucht. Viele deutsche Betriebe befinden sich in existentieller Not. Der Deutsche Bauernverband fordert ein zügiges und unbürokratisches Anlaufen des Grünlandmilchprogramms.
Nicht nur deutsche Milcherzeuger blicken auf ein sehr schwieriges, von vielen negativen Höhepunkten geprägtes Jahr zurück.
Nicht nur deutsche Milcherzeuger blicken auf ein sehr schwieriges, von vielen negativen Höhepunkten geprägtes Jahr zurück.
Das Jahr 2009 war für die deutschen Milcherzeuger eine Herausforderung. Der Deutsche Bauernverband (DBV) wies am vergangenen Mittwoch in Berlin darauf hin, dass bei Milchpreisen von teilweise unter 20 Cent je Kilogramm Milch in diesem Jahr auch die letzten finanziellen Reserven aufgebraucht worden seien. Nach einer Auswertung des DBV verschlechterten sich die durchschnittlichen Unternehmensergebnisse der Milchviehbetriebe im Wirtschaftsjahr 2008/09 im Vergleich zum Vorjahr um 45% auf 29.300 Euro. Im November 2009 seien in Deutschland 95.776 Haltungen mit Milchkühen erfasst worden; damit sei die Zahl der Milchkuhhalter gegenüber November 2008 um 3.665 beziehungsweise 3,7% zurückgegangen, berichtete der Bauernverband unter Berufung auf entsprechende Angaben des Statistischen Bundesamtes. Seit Mai 09 hätten rund 1.700 Milchviehbetriebe oder 1,7% ihre Produktion eingestellt. Dieser Rückgang spiegle zum einen die katastrophale Lage am Milchmarkt bis Mitte des Jahres wider; er sei aber auch Teil des Strukturwandels in der Milchwirtschaft, der jedes Jahr etwa 2% bis 4% betrage, erklärte der DBV.

Noch Nachbesserungen am Gesetz vonnöten
Positiv wertete es der Bauernverband, dass sich die neue Bundesregierung der Krise in der Landwirtschaft - insbesondere der Milcherzeuger - angenommen und für die kommenden zwei Jahre Hilfs- sowie Unterstützungsmaßnahmen durchgesetzt habe. Allerdings müsse das in diesem Rahmen beschlossene Grünlandmilchprogramm für die Milchbauern auch schnell und unbürokratisch umgesetzt werden, forderte der DBV. Insbesondere bei der angedachten Kuhprämie, die über die so genannte De-Minimis-Regelung ausgezahlt werden soll, bedarf es nach Ansicht des Bauernverbandes „einer unkomplizierteren Handhabung“. Daher müsse der jetzt den parlamentarischen Beratungen zugeleitete Gesetzentwurf des „Milch-Sonderprogramms“ noch an den entsprechenden Stellen nachgebessert werden. Darüber hinaus mahnte der Bauernverband eine schnelle Beratung des Gesetzes an, damit zumindest ein Teil der Hilfsmaßnahmen noch in der ersten Jahreshälfte 2010 die Milcherzeuger und Landwirte erreiche. (AgE)

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Aktualisiert am: 01.01.2010 14:07
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