Deutsche Milchbörse: Quotenangebot erreicht Rekordhoch

Das Gesamtangebot an Quoten erreichte mit rund 403Mio. kg ein Rekordhoch. Der Preis für Quoten ist hingegen bei der 30. Deutschen Milchbörse am 01.04.2010 auf ein historisches Tief gesunken. Der Bauernverband (DBV) ermittelte einen gewogenen Durchschnittspreis für das Bundesgebiet von 11 Cent je Kilogramm.
Das Angebot an Milchquoten an der deutschen Milchbörse ist auf ein Rekordhoch gestiegen - die Preise hingegen erreichten ein historisches Tief.
Das Angebot an Milchquoten an der deutschen Milchbörse ist auf ein Rekordhoch gestiegen - die Preise hingegen erreichten ein historisches Tief.
Der Preis für Quoten stellt mit 11 Cent pro kg den niedrigsten Quotenpreis seit Einführung der Börse im Jahr 2000 dar. Im Vergleich zum letzten Handelstermin ist dieser um 7 Cent je Kilogramm zurückgegangen. In Deutschland wurden insgesamt etwa 178 Mio. kg Milchquote gehandelt. Das Gesamtangebot erreichte mit cirka 403 Mio. kg ein Rekordhoch. Hingegen wurden nur rund 195 Mio. kg nachgefragt. Im Vergleich zur Nachfrage der letzten Jahre lag diese Menge im unteren Drittel. (Anmerkung: Gehandelt werden die Milchquoten von den Übertragungsstellen zum sogenannten "Gleichgewichtspreis", bei dem Angebots- und Nachfragemenge am ehesten übereinstimmen. Er wird nach Ende der Handelsrunde bekannt gegeben.)

Rückgang als Zeichen für Ende der Quotenregelung
Die Auswertung der einzelnen Übertragungsstellen zeigte, dass insbesondere in Sachsen-Anhalt das Angebot an Milchquoten 10-mal so hoch war wie die Nachfrage. Bei den Zu- und Abgängen kam es im Übertragungsbereich West zu einer deutlichen Quotenwanderung in Richtung Niedersachsen; aber auch Nordrhein-Westfalen hat Quoten hinzugewonnen. Im Übertragungsbereich Ost sind die Mengen insbesondere nach Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gewandert. Die Anzahl der Nachfrager war mit 3.086 die zweitniedrigste seit Einführung der Milchbörse, davon waren 98% erfolgreich. Auch die Zahl der Anbieter ist mit 4.742 auf ein niedriges Niveau gesunken, lediglich 56% von ihnen konnten erfolgreich ihre Milchquoten veräußern. Der DBV sieht den Rückgang der Quotenpreise als deutliches Zeichen im Hinblick auf das Ende der Milchquotenregelung am 31.03.2015. Aufgrund des hohen Überangebots an nicht verkaufter Quote in Höhe von cirka 224 Mio. kg wird auch für den nächsten Börsentermin mit einem Rückgang der Quotenpreise gerechnet. (AIZ)

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Aktualisiert am: 08.04.2010 08:40
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