Deutsche Holsteinschau auf fast internationalem Niveau

Die Deutsche Holstein Schau 2009 in Oldenburg bot ein hohes Niveau. Die Siegerkühe sind nahe an das internationale Spitzenniveau herangerückt. Grand Champion wurde die Stormatic-Tochter Krista von Jörg Seeger und Windlooper Holstein aus Bissel.
"Diese Kuh hat alles was wir von einer modernen Milchkuh verlangen", kommentierte der äußerst souveräne Richter Markus Mock, Markdorf,
Grand Champion der DHV-Schau: Die Stormatic-Tochter Krista von Jörg Seeger und Windlooper Holstein.
Grand Champion der DHV-Schau: Die Stormatic-Tochter Krista von Jörg Seeger und Windlooper Holstein.
die Grand Champion der Deuschen Holstein Schau in Oldenburg. Mock bezeichnete die Stormatic-Tochter Krista von Jörg Seeger und Windlooper Holstein aus Bissel als Champion. "Außerdem hat diese Kuh das beste Euter der Schau", fügte Mock an. Die sehr harmonische Krista ist fünfjährig und holte bis jetzt schon Siegerpreise an Landes- und Verbandsschauen. Krista holte den Championtitel gegen die drei Siegerkühe von Red Holstein und Holstein. Zuvor wurden beide Rassen in zwei Ringen gerichtet.

Vorentscheidung bei den Dritt- und Viertlaktierenden
Eine Vorentscheidung um den Championtitel fiel aber schon vor der eigentlichen Championwahl in der Siegerwahl der mittelalten Kühe Holstein. So verwies Stormatic Krista mit der ebenfalls sehr überzeugenden Champion Bessy von Johannes Hempen, Wippingen, eine andere Klassensiegerin auf den Ehrenplatz. Diese Champion-Tochter ist ebenfalls eine Ausnahmekuh. Bei der Siegerwahl über alle erstlaktierenden Holsteinkühe gewann Thomas Wiethege, Halver, mit der ZS E Mail, die als Ticket-Tochter aus einer Jedstar-Mutter deutsche Genetik repräsentiert. ZS E Mail beeindruckte durch viel Harmonie und ein gut aufgehängtes und sehr drüsiges Euter. Bei den Jungen Kuhklassen holte die Goldwyn-Tochter Lys Adia von der Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf, klare Siegerin. Die Goldwyn-Tochter zeigt viel Milchcharakter in Kombination mit viel Harmonie. Bei den alten Kühen ging der Sieg an die Starleader-Tochter Eke Lesta von Hein Ekenhorst, Hesterkante. Diese weiße Kuh beeindruckt durch ihr Kaliber, ihre starke und sehr gut verbundene Vorhand sowie durch ihr gut aufgehängtes Euter. Die Dichte an Spitzentieren nahm bei den alten Kuhklassen erstaunlich schnell ab.

Red Holstein mit viel Kapazität
Die Klassen Red Holstein richtete Martin Biederbick aus Diemelsee-Sudeck. Als Siegerin der Klassen von Erstlaktierenden setzte sich klar die Talent-Tochter Clara von Hatke & Cloppenburg, Bösel, durch. Bei der Siegerwahl der jungen Red-Holstein-Kühe kam es zwischen den einzelnen Klassensiegerinnen zu einer sehr engen Entscheidung. Schließlich machte Richter Biederbick die schauerprobte Talent-Tochter RH Maxima vom Maxima-Syndikat und Rinderzuchtbetrieb Wiesenfeld zur Siegerin. Die lange Maxima zeichnet sich durch viel Stärke vor allem in der Brust und im Becken aus. Der Richter gab Maxima den Vorzug vor der mit einem sehr guten Euter ausgestatteten Rustler-Tochter Hazia von Gerhard Fassnacht, Horb. Bei den alten Kühen gab es nur eine Klasse und deshalb war die Siegerin gleich auch Siegerin alt. Hier sicherte sich die die mit viel Kapazität und einem jungendlichen Euter ausgestattete Faber-Tochter Dunja vom Milchhof Wesenberg, Groß Wesenberg, den Titel.

Kühe mit internationalem Format
Nicht nur die Grand Champion Stormatic Krista sondern alle Siegerkühe bei Holstein können immer mehr internationalen Vergleichen standhalten. Nicht selten fließt auch in Deutschland bei den schönsten Kühen Blut aus den tiefen und erfolgreichen nordamerikanischen Familien. Im Schauring war diese Genetik oft immer noch gefragter als die deutsche Genetik. Die zahlreichen Gästen aus der Holsteinwelt attestierten den deutschen Züchter einen großen Zuchtfortschritt. Auch die perfekte Organisation der Ausstellung sowie deren Ablauf entspreche immer mehr internationalen Standards. Indirekt war dies auch im Schlusskommentar von Richter Markus Mock heraus zu hören. Dass die Schau internationalen Ansprüchen genüge, ist bei 12 verschiedenen Verbänden, die mehr oder weniger liberal Tierzucht betreiben, alles andere als klar. (Marcel Wipfli)

Nach der Schau fand der After Show Sale statt. Einen Bericht darüber finden Sie auf www.schweizerbauer.ch

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Aktualisiert am: 29.06.2009 11:11
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