Deutsche Holsteins weltweit stark nachgefragt

Im ersten Halbjahr 2010 konnten die Exporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35 Prozent gesteigert werden. Insgesamt wurden die Zuchtrinder in 31 Länder geliefert - Der größte Anteil entfiel auf Drittlandsexporte. Wichtige Abnehmerländer waren Libanon und Ägypten.
Deutsche Holstein- Zuchtrinder sind derzeit sehr gefragt.
Deutsche Holstein- Zuchtrinder sind derzeit sehr gefragt.
Die weltweite Nachfrage nach Zuchtrindern der Rasse Deutsche Holsteins ist weiterhin ungebrochen. Demnach wurden von Januar bis Juni insgesamt 42 212 Holstein-Rinder in 31 Länder geliefert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung um rund 35 %. Laut Darstellung des Holstein-Verbandes lagen die Ausfuhren in Nicht-EU-Länder in der ersten Jahreshälfte mit einem Anteil von 55,9 % an den Gesamtexporten höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Eine starke Nachfrage besteht derzeit offenbar in Marokko und Algerien, wo aufgrund günstiger klimatischer Bedingungen mit ausreichenden Niederschlägen die übliche „Sommerpause“ ausblieb. Weitere wichtige Abnehmerländer sind der Libanon und Ägypten. In den osteuropäischen Drittlandsmärkten ist in Kroatien, Russland und Serbien ein großes Interesse an Holstein-Rindern zu verzeichnen.

Italien und Spanien als traditionelle Kunden
Dem DHV zufolge entfielen 44,1 % der im ersten Halbjahr 2010 exportierten Holstein-Zuchtrinder auf den innergemeinschaftlichen Handel. Vor allem die traditionellen Kunden Italien und Spanien griffen wieder sehr stark auf deutsche Holsteingenetik zurück. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Zahl der von Auktionen ins Ausland verkauften Rinder wider; hier waren es insbesondere die Kunden aus Südeuropa, die das Marktgeschehen wesentlich beeinflussten. Betrachtet man die Hauptregionen der Europäischen Union mit ihren 27 Mitgliedstaaten, wurden 25,9 % aller Holsteinrinder in den Bereich EU-Süd, also nach Griechenland, Italien, Portugal und Spanien, exportiert. Auf EU-Ost entfielen 9,9 % und auf EU-Mitte 8,2 %.

Blauzungenkrankheit maßgeblich
Die Aussichten für den Export im zweiten Halbjahr 2010 werden nach Einschätzung des DHV wesentlich von der weiteren Entwicklung der Blauzungenkrankheit beeinflusst. Seit Anfang dieses Jahres habe es in Deutschland keinen neuen Blauzungenfall gegeben. Bleibe die BT-Situation 2010 in Deutschland stabil, so sei im Auslandsgeschäft mit keinen größeren Handelshemmnissen aufgrund der Krankheit zu rechnen. In vielen Ländern bestehe ein großes Interesse, durch deutsche Holsteingenetik die einheimische Milchproduktion zu erhöhen, betonte der DHV. Allerdings könne in einigen dieser Länder, wie zum Beispiel in Russland und in der Türkei, die vorhandene Nachfrage aufgrund komplexer veterinärmedizinischer Vorgaben zur Zeit nicht bedient werden.


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Aktualisiert am: 09.08.2010 15:41
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