Deutlicher Rückgang des spanischen Sauenbestandes

Der spanische Schweinebestand sank im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 %. Besonders stark wurde der Zuchtsauenbestand reduziert. Grund dafür seien nicht die Auflagen zur Gruppenhaltung.
Die spanischen Schweinehalter haben ihre Bestände abgestockt.
Die spanischen Schweinehalter haben ihre Bestände abgestockt.
Die spanischen Schweineproduzenten haben im vergangenen Jahr weniger Schweine gehalten und dabei insbesondere den Sauenbestand spürbar abgestockt. Wie die Marktberichtstelle Mercolerida auf Grundlage des nationalen Statistikamtes mitteilte, gab es im November 2012 noch 25,25 Millionen Schweine in Spanien. Das waren 385.000 Tiere oder 1,5 % weniger im Vergleich zur Viehbestandserhebung vor genau einem Jahr. Der einzige Bereich, in dem es einen Zuwachs gegenüber November 2011 gab, waren Ferkel, deren Zahl sich um 2,3 % auf 7,09 Millionen Stück erhöhte. Allerdings könnte sich dies im laufenden Jahr ändern, denn in der Sauenhaltung kam es zu spürbaren Einbußen.
Insgesamt wurde die Sauenherde von den spanischen Erzeugern binnen Jahresfrist um 154.200 Tiere oder 6,4 % auf 2,25 Millionen Muttertiere reduziert. Damit wurde der niedrigste Stand seit 1996 erreicht. Die Zahl der trächtigen Sauen nahm dabei um 5,2 % auf 1,55 Millionen ab, diejenige der nicht tragenden Tiere sogar um 9,1 % auf 700.000. Auch die Haltung der ungedeckten Jungsauen ging mit 7,2 % überdurchschnittlich stark zurück, während die Zahl der erstmals tragenden Jungsauen auf dem Vorjahresniveau stabil blieb. Verringert hat sich auch der Umfang der Mastschweinepopulation, nämlich um 2,2 % auf 10,1 Millionen Tiere.
Die Analysten der Mercolerida führten den jüngsten Bestandsschwund vor allem die hohen Getreide- und Futtermittelpreise zurück. Ähnlich wie nach dem ersten kräftigen Anstieg der Getreidepreise 2007/08 sei nun wieder infolge der Preishausse am Futtermittelmarkt eine Abstockung der Tierzahlen im Sauenbereich zu verzeichnen, erläuterten die Marktexperten. Die neuen EU-Regeln zur Haltung der Muttertiere in Gruppen wurden hingegen nicht als Grund für die aktuelle Reduktion der Tierzahlen genannt.

Aktualisiert am: 18.02.2013 18:40
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