Der richtige Dipp

Wenn Sie Dippmittel für Ihren Betrieb einkaufen, müssen Sie sich zwischen unzähligen Produkten entscheiden. Wir haben uns einen Überblick über Dippmittel und Zitzenversiegler verschafft.
Das beste Dippmittel hilft nichts, wenn die Zitzen nicht mindestens zu dreiviertel in die Flüssigkeit eingetaucht werden.
Das beste Dippmittel hilft nichts, wenn die Zitzen nicht mindestens zu dreiviertel in die Flüssigkeit eingetaucht werden.
Euterentzündungen in der Herde verursachen Kosten und senken die Leistung des Betriebes. Ein wichtiger Bestandteil der Mastitisbekämpfung ist der Einsatz von Zitzendippmitteln.

Zitzendesinfektionsmittel
Der Einsatz von Zitzendesinfektionsmitteln ist sinnvoll, wenn es im Betrieb Probleme mit ansteckenden Mastitiskeimen (z.B.: Staph. aureus, Galt) gibt, die nach dem Melken vor die Strichkanalöffnung gelangen können und beim Melken von Kuh zu Kuh übertragen werden. Zitzendesinfektionsmittel sollten unmittelbar nach dem melken eingesetzt werden, damit sie möglichst noch etwas in die äußere Strichkanalöffnung eindringen können. Der Sinn dieser Mittel besteht darin, die beim Melken auf die Zitze und in die Strichkanalöffnung gelangten Mastitis-Erreger abzutöten. Dafür enthalten die Mittel Jod oder einen anderen desinfizierenden Wirkstoff (siehe Tabelle). Dieser Wirkstoff muss aber in einer ausreichend hohen Konzentration vorliegen, damit auf der Zitze in der Einwirkzeit die dort vorhandenen Keime schnell getötet werden.

Pflegende Komponente
Jedes Zitzendesinfektionsmittel sollte auch eine pflegende Komponente enthalten (z.B.: Glycerin, Lanolin). Das hält die Zitzenhaut weich und geschmeidig und Keime können sich deutlich schlechter ansiedeln. Die Wirkung der Zitzendesinfektionsmittel hält nach dem Dippen nicht lange an. Zitzendesinfektionsmittel bieten daher keinen guten Schutz gegen Umweltkeime wie dies zum Beispiel Barrieredippmittel tun. Achten Sie darauf, ob Sie eine Gebrauchslösung oder ein Konzentrat gekauft haben. Letzteres muss noch in der vom Hersteller angegebenen Dosierung mit Wasser verdünnt werden.

Zitzenversiegler
Der Interne Zitzenversiegler wird nach dem antibiotischen Trockenstellen wie ein Euterinjektor in die Zitze eingebracht und verschließt das Viertel bis zur Abkalbung vor dem Eindringen von Keimen aus der Umwelt. Zu Beginn der nächsten Laktation wird der künstliche Pfropf ausgemolken. Er enthält kein Antibiotikum und stellt lediglich eine mechanische Barriere für Krankheitskeime dar. Er wird entweder bei eutergesunden Herden alleine eingesetzt oder zusammen mit einem antibiotischen Trockensteller. Antibiotische Trockensteller wirken 3 bis 4 Wochen, danach lässt die Wirkung nach und die Tiere können sich in den letzten Wochen vor dem Kalben mit Mastitiserregern aus der Umwelt, die nach der Kalbung vermehrt zu klinischen Mastitiden führen, infizieren. Der interne Zitzenversiegler kann hier zusätzlich vor dem Eindringen von Umwelterregern schützen und dadurch die Mastitisrate nach dem Kalben zu reduzieren.
Externe Zitzenversiegler werden nach dem antibiotischen Trockenstellen ein- oder zweimal im Abstand von mehreren Tagen gedippt und schützen die Zitze längere Zeit vor dem Eindringen von Keimen aus der Umgebung.

Autorin: Marion TISCHER, Vet-Consult, Berlin (D)


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Aktualisiert am: 20.03.2009 09:50
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