Der neue Einheitswert

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Viele Landwirte haben bereits die Einheitswertbescheide bekommen. Lediglich größere Betriebe müssen oft noch warten. Die neuen Einheitswerte werfen zahlreiche Fragen auf. Antworten auf die häufigsten Fragen finden Sie hier.
Erhöhungen im Einheitswert sind meist auf die Direktzahlungen - 33 % werden hinzugerechnet – zurückzuführen.
Erhöhungen im Einheitswert sind meist auf die Direktzahlungen - 33 % werden hinzugerechnet – zurückzuführen.
Viele Landwirte fragen sich, was sich nun tatsächlich an der Berechnung der Einheitswerte geändert hat. Häufig ist bei den landwirtschaftlichen Hektarsätzen keine große Abweichung gegenüber der letzten Hauptfeststellung zu registrieren. Eine Erhöhung ist meist auf die Direktzahlungen – 33 % werden hinzugerechnet – zurückzuführen. Ebenfalls anders sind die Zu- und Abschläge für die Betriebsgröße geregelt – und zwar zwischen –20 % (landw. Fläche unter 3 ha) und +20 % (landwirtschaftliche Fläche über 300 ha). Beim Forst sind die Einheitswerterhöhungen eher moderat. Zu starken Erhöhungen kann es aber kommen, wenn der Feststellung des forstlichen Einheitswertes (Hauptfeststellung zum 1. 1. 2014) beispielsweise die Daten eines aktuellen Waldwirtschaftsplanes zugrunde gelegt wurden, während anlässlich der Hauptfeststellung zum 1. 1. 1988 die Erklärung aufgrund einer groben Schätzung des Landwirts erfolgt war. Eine genaue Analyse der Änderungen kann aber nur betriebsindividuell erfolgen, da die Höhe des Einheitswertes – insbesondere wenn Sonderkulturen vorhanden sind und wenn Tiere gehalten werden – von sehr vielen Faktoren abhängt.

Ab- und Zuschläge für Betriebsgröße
Für Betriebe unter 40 Hektar werden beim Einheitswert Abschläge berechnet, während es für Betriebe über 40 Hektar Zuschläge zum Einheitswert gibt.
Für Betriebe unter 40 Hektar werden beim Einheitswert Abschläge berechnet, während es für Betriebe über 40 Hektar Zuschläge zum Einheitswert gibt.
Die Ermittlung der Ab- und Zuschläge hat sich gegenüber der letzten Hauptfeststellung geändert. Damals wurden für Betriebe ab ca. 20 Hektar Zuschläge und für kleinere Betriebe Abschläge berechnet. Außerdem wurde zwischen Ackerland und Grünland differenziert. Anlässlich der aktuellen Hauptfeststellung werden erst ab 45 Hektar Zuschläge berechnet. Die Differenzierung zwischen Acker und Grünland erfolgt nicht mehr.

Neuer Einheitswert ab 5 % Änderung
Eine Wertfortschreibung wird immer dann durchgeführt, wenn sich der Einheitswert des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens um mehr als 5 %, mindestens aber um 300 Euro oder um mehr als 1.000 Euro ändert. Bei Betrieben, die jährlich ihre land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen vergrößern oder verkleinern, kann es somit auch jährlich zu Wertfortschreibungen kommen. Die geänderten Direktzahlungen wirken sich immer ab 1. Jänner des Folgejahres aus. Die Steuern und Abgaben werden immer vom ausgestellten Einheitswertbescheid vorgeschrieben. Änderungen von zum Beispiel 4 % sind daher irrelevant.

Autor: Dr. Christian URBAN, LBG Wien

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Aktualisiert am: 27.03.2017 11:10