Der globale Weizenmarkt, Teil 2: Import und Verbrauch

Die Möglichkeiten der Produktionssteigerung sind begrenzt, Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum sowie der mögliche Einsatz zur Energieerzeugung lassen global den Bedarf steigen, regional jedoch teilweise sinken. Die globalen Handelsgewichte werden sich verschieben, auch wenn heuer noch der Markt mengenmäßig relativ stabil bleibt.
Weizen ist weltweit das wichtigste Brotgetreide, international wird Weizen v.a. als Brotgetreide gehandelt.
Weizen ist weltweit das wichtigste Brotgetreide, international wird Weizen v.a. als Brotgetreide gehandelt.
Während die Landwirte in wichtigen Anbaugebieten der EU und im Süden der USA auf weitere Regenfälle hoffen, klagen die Farmer im Maisgürtel der USA über zu viel Nässe. Die globale Weizenernte wird für 2011/12 auf etwa 659,6 Mio. t. geschätzt; die US-Weizenerzeugung sinkt um 4,5 Mio. t auf 55,6 Mio. t, die chinesische Ernte soll mit 115,5 Mio. t etwas höher ausfallen als 2010. In Indien soll das Aufkommen mit 84,0 Mio. t ein neues Rekordniveau erreicht haben.
Weiter steigen wird der globale Bedarf, die Lagerbestände werden um insgesamt 1 Mio. t auf 181,3 Mio. t zum Saisonabschluss abnehmen. Rund ein Drittel der weltweiten Vorräte entfällt allein auf China, das im internationalen Weizenhandel keine Rolle spielt.

Prognose
Die wachsende Marktnachfrage und steigende Verbrauchersorgen über Ernährungsstörungen werden die zukünftige Nachfrage nach Brot in den entwickelten Gebieten, u.a. Nordamerika, wo Brotverkäufe um 1 % im Laufe der 2010-2015 Periode fallen werden, beeinflussen.
Der Nachfragerückgang wird in Osteuropa noch deutlicher zu spüren sein, wo Brotverkäufe laut Schätzungen im Laufe derselben Periode um 2 % zurückgehen werden. Vor allem Russland wird von dieser Entwicklung betroffen sein. Es wird erwartet, dass sich die Brotverkäufe in Russland im Laufe der 2010-2015 Periode um 4 % verringern werden. Der sinkende Brotverbrauch in Russland wird auf die „Verwestlichung“ der Verbraucherkultur in den städtischen Gebieten zurückgeführt: eine zunehmende Zahl von russischen Mittelstandsverbrauchern beschränkt ihre Kalorienaufnahme oder nimmt vorzugsweise weniger weizen-intensive Produkte zu sich. Die globale Nachfrage nach anderen Weizen-intensiven, haltbaren Nahrungsmitteln, wie z.B. Frühstückszerealien, wird voraussichtlich stagnieren. Laut Euromonitor werden die globalen Frühstücksgetreideverkäufe von 2010 bis 2015 nur um 1 % zunehmen.

Autoren: Zsombor PALL und Vera BELAYA, Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO), Halle (D)

Weitere Details finden Sie in Ausgabe 12/2011, S. 72/73.


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Aktualisiert am: 01.06.2011 15:37
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