Der Waldboden als Grundlage für die Holzproduktion

Landwirtschaftliche Flächen werden gedüngt bzw. nachhaltig bewirtschaftet. Auch dem Waldboden werden Nährstoffe entzogen. Wie kann die Bewirtschaftung dies beinflussen?
Wird die gesamte Bimasse aus dem Wald verbracht, so können nicht alle Standorte diesen Nährstoffentzug kompensieren.
Wird die gesamte Bimasse aus dem Wald verbracht, so können nicht alle Standorte diesen Nährstoffentzug kompensieren.
Je intensiver die Nutzung erfolgt, desto mehr Nährstoffe werden dem Waldboden entzogen. Gerade Feinäste, Reisig, Rinde und Nadeln/Blätter, das bei einer Intensivierung der Nutzung, etwa in Form der Vollbaumernte, mit entnommen werden weisen besonders hohe Nährstoffgehalte auf. Bei einer Vollbaumernte (= geerntet wird die gesamte oberirdische Biomasse mit Ausnahme des Stocks) steigen die Biomasse-Mengen, die pro Hektar entnommen werden, gegenüber einer Derbholzernte in Rinde um ca. 40–50 % an. Dies entspräche österreichweit einem theoretischen Potenzial von ca. 6.5 Mio. Vfm-Äquivalenten zusätzlich zum geernteten Stammholz.
Aus dem Boden werden damit aber um 900 % mehr Hauptnährstoffe entzogen.

Vollbaumernte österreichweit nachhaltig?
In einer Studie des Bundesamtes für Wald wurden an 11.000 Probeflächen verglichen, ob dieser Entzug an Nährstoffen für den Wald und den Waldboden verträglich sind. Daraus soll abgeschätzt werden, welche Mengen an Biomasse aus dem Wald verbracht werden können, ohne den Waldboden langfristig auszulaugen.
Während auf knapp der Hälfte der Probeflächen der ÖWI Vollbaumnutzung nachhaltig möglich erscheint, ist dies auf der anderen Hälfte der Probeflächen „problematisch“ oder „soll unterbleiben“.

Autor: DI Michael Englisch

Mehr darüber lesen Sie in Ausgabe 20/2012 des „Fortschrittlichen Landwirts“.

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Aktualisiert am: 03.10.2012 14:52
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