Der Silage auf die Sprünge helfen

Was wird fütterungsmäßig nicht alles getan, um die Futteraufnahme mit der hohen Milchleistung in Einklang zu bringen! Durch Verbesserung der Silagequalität ist dies am einfachsten und billigsten möglich. Die Silagequalität kann durch gezielten Siliermitteleinsatz wesentlich verbessert werden.
Der Einsatz von Siliermitteln - gegebenenfalls auch von chemischen – erweist sich gerade bei unbeständigem Wetter als eine unbedingt notwendige Strategie für die Erzeugung einer Qualitätssilage.
Der Einsatz von Siliermitteln - gegebenenfalls auch von chemischen – erweist sich gerade bei unbeständigem Wetter als eine unbedingt notwendige Strategie für die Erzeugung einer Qualitätssilage.
An ein paar Erntetagen wird entschieden, von welcher Qualität die über Monate verfütterte Silage ist. Es lohnt sich deshalb, an diesen wenigen Tagen alle Trümpfe in die Waagschale zu werfen. Gras- und Aufbereitungsqualität müssen stimmen. Der Siliermitteleinsatz ist eine weitere Trumpfkarte.

Leistungen der Siliermittel
Die mit Siliermitteln zugesetzten homofermentativen Milchsäurebakterien verbrauchen im Vergleich zu den auf den Pflanzen befindlichen, überwiegend heterofermentativen Milchsäurebakterien weniger Energie, um eine bestimmte Säuremenge zu erzeugen. Außerdem wird das Verhältnis Milchsäure zu Essigsäure zugunsten der ersteren verschoben, was den Nachteil hat, dass die Silage bei Luftzutritt weniger stabil ist.
Im Rahmen der Siliermittelprüfung werden auch die Trockenmasseverluste festgestellt.
Die Ergebnisse der auf Verbesserung der aeroben Stabilität geprüften Siliermittel bedürfen einer Erläuterung. Wegen der heterofermentativen Milchsäurebakterien liegen die Verluste bei Siliermitteleinsatz nur geringfügig niedriger, in einem Fall sogar höher. Entscheidend ist aber bei diesen Siliermitteln die Verbesserung der aeroben Stabilität, die in diesen Zahlen nicht zum Ausdruck kommt. Eine Erhöhung der Silagetemperatur durch Hefe- und Schimmelpilze um nur 15 ° C gegenüber einer stabilen Silage führt bei einer Silage mit 30 % TM zu Trockenmasseverlusten von 7 %. Entsprechend sinkt dann der Energiegehalt der Silage ab.
Die homofermentativen Milchsäurebakterien im Anwendungsbereich 1b haben absolut gesehen die Verluste von 10 % auf 7 % erniedrigt. Minderverluste in dieser Größenordnung führen zu einer Silage mit einem höheren Energiegehalt von etwa 0,2 MJ NEL/kg TM.
Der Energiehalt ist bei Grassilagen viel stärker durch den Schnittzeitpunkt zu beeinflussen! Wie jeder Landwirt schon festgestellt hat, können jedoch bei vergleichbarem Ausgangsfutter je nach Gärqualität große Unterschiede in der Silageaufnahme bestehen.
Wie die Gärqualität bewirkt auch eine unterschiedliche aerobe Stabilität Unterschiede in den Verlusten und in der Silageaufnahme: Verschimmelte Silage wird weggeschmissen, erwärmte Silage hat einen geringeren Nährstoffgehalt und wird in geringeren Mengen gefressen. Verschimmelte Silage stellt auch eine Gefahr für die Gesundheit der Tiere dar.

Autor: Dr. Josef PFLAUM, Taufkirchen


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Aktualisiert am: 06.04.2007 10:22
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