Der Kuhmagen hält auch ohne Nägel und Schrauben

Kühe nehmen mit dem Futter Fremdkörper mit auf, die dann im Magen zu Verletzungen und schwerwiegenden Erkrankungen führen können. Diese Fremdkörpererkrankungen des Rindes sind immer noch ein unterschätztes Problem.
Kuh mit eingezeichneter Haubenregion, in welcher über 95 % der aufgenommenen Fremdkörper landen.
Kuh mit eingezeichneter Haubenregion, in welcher über 95 % der aufgenommenen Fremdkörper landen.
Rinder nehmen verhältnismäßig große Menge an Futter auf. Die Gefahr, dass mit dem Futter verschiedene, zumeist längliche Fremdkörper, abgeschluckt werden, ist groß, und die Wahrscheinlichkeit steigt naturgemäß mit zunehmendem Alter des Tieres. Im Gegensatz zu Schafen oder Ziegen fressen Rinder kaum selektiv und spucken einen aufgenommenen Fremdkörper wie Nägel, Schrauben, Drahtstücke, abgesplitterte Metallstücke von Maschinen, Haarnadeln usw. nur selten aus. Ohne entsprechende Vorsorge und Eingabe eines Käfigmagneten kann das Krankheitsbild der Fremdkörpererkrankung ausgelöst werden. Die Symptome dieser Krankheit reichen von milden Verdauungsstörungen über chronische Abmagerung und Minderleistung bis hin zu akuten, fieberhaften Allgemeinstörungen. Zu spät erkannt oder unbehandelt führt die Fremdkörpererkrankung oftmals zum Verlust des Tieres.

Die heute gängige Therapie besteht in der Eingabe eines Käfigmagneten und einer Allgemeintherapie (Antibiose, Entzündungshemmung, Stabilisierung des Vormagensmilieus und des Energiestoffwechsels). Der Käfigmagnet wird mit einem speziellen Eingeber verabreicht und bleibt zeitlebens im Netzmagen der Kuh, nur in seltenen Fällen wird er ausgeschieden. Durch Hochstellen des Vorderkörpers um ca. 25 cm soll eine Entlastung der Haubenregion bewirkt werden. Vor dem Einsatz von Medikamenten mit einer Wartezeit für essbare Gewebe ist die Prognose abzuschätzen.

Der Eintrag vom Fremdkörper in die Futterkette kann wahrscheinlich auch durch die gewissenhafteste Vorsorge nie vollständig verhindert werden. Die vorbeugende Eingabe eines Käfigmagneten an alle erwachsenen Rinder des Betriebes ist die wirkungsvollste Vorbeuge gegen das Auftreten von Fremdkörpererkrankungen und rechnet sich auch wirtschaftlich, wenn dadurch nur eine einzige Fremdkörpererkrankung verhindert werden kann.

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Aktualisiert am: 24.04.2003 11:59