Der Kompost-Pionier

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Seit 27 Jahren betreibt Johannes Liebl seine bäuerliche Kompostieranlage. Heute verarbeitet der Innviertler 8.000 m³ Gartenabfälle und Bioabfall. Das bedeutet viel Arbeit, aber sein Boden dankt es ihm.
Seit 27 Jahren betreibt Johannes Liebl seine bäuerliche Kompostieranlage. Heute verarbeitet der Innviertler 8.000 m³ Gartenabfälle und Bioabfall.
Seit 27 Jahren betreibt Johannes Liebl seine bäuerliche Kompostieranlage. Heute verarbeitet der Innviertler 8.000 m³ Gartenabfälle und Bioabfall.
Wenn Johannes Liebl über den Boden spricht, gerät er ins Schwärmen. „Der Boden lebt. Er ist kein Substrat“, erklärt er und schüttelt heftig den Kopf, „in einer Hand voll Humus befinden sich mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde“. Seit 27 Jahren betreibt der Biobauer eine bäuerliche Kompostieranlage. Heute bringen die Menschen aus vier Gemeinden ihren Strauchschnitt, Rasenmulch und Laub auf den Lieblhof. „Den Bioabfall holen wir einmal pro Woche selbst ab“, ergänzt Liebl. Insgesamt werden jährlich rund 8.000 m³ Biomasse zur Kompostierung angeliefert. Diese Mengen werden zwischen Kompostierer und Bezirksabfallverband abgerechnet. Der Entsorgungskostenbeitrag für die Betreiber der Kompostieranlagen variiert in Österreich sehr stark. Er liegt bei Strauchschnitt zwischen 0 und 35 Euro und bei Bioabfall zwischen 45 und 60 Euro pro Tonne.

Kompostierung dauert sechs Wochen
Schon bei der Anlieferung wird feines Material wie Grasschnitt oder Laub von Sträuchern und anderen groben Materialien getrennt. Liebl: „Alle zwei Monate kommt ein Spezialhäcksler und zerfasert das grobe Ausgangsmaterial. Danach setzen wir die Mieten auf.“ Dazu steht Johannes Liebl ein 300 Meter langer, asphaltierter Kompostplatz neben dem Wald zur Verfügung.
Die Mieten werden auf einer befestigten Fläche aufgesetzt und in den folgenden Wochen laufend umgesetzt.
Die Mieten werden auf einer befestigten Fläche aufgesetzt und in den folgenden Wochen laufend umgesetzt.
Wichtig ist dabei die gleichmäßige Verteilung der Materialien im Mietenkörper. Beim mikrobiellen Abbau der organischen Substanzen kommt es zu einer Selbsterhitzung, die auch für die Hygienisierung notwendig ist. Die Temperatur steigt auf 55 bis 65 °C an. Auch Unkrautsamen und austriebsfähige Pflanzenteile werden dadurch abgetötet. In dieser Phase muss die Miete zwei bis drei Mal pro Woche mit einem Umsetzer durchmischt werden. Ist die sogenannte „Heißrotte“ abgeschlossen (Temperatur sinkt dauerhaft auf unter 40 °C), braucht der Kompost noch etwas Zeit, um auch die schwerer abbaubaren Zellulose- und Ligninanteile umbauen zu können. Nach rund sechs Wochen soll der Kompost fertig sein. Er wird ein bis zwei Mal gesiebt, um grobes Material und Störstoffe abzutrennen. Danach kommt er ins Lager. Vor allem das „Abklauben“ von Plastik und anderen Störstoffen nimmt sehr viel Zeit ein, erzählt Liebl: „Wir gehen nach jedem Arbeitsgang alles ab, denn am Ende will der Kunde ja keine Störabfälle im fertigen Kompost finden.“

Kompost verbessert Bodenleben
Der fertige Kompost wird zu zwei Drittel auf den eigenen Feldern verwendet. Den Rest verkauft Liebl an Privatkunden. „Garteln ist wieder in, und das spüren wir auch in der Nachfrage.“ Johannes Liebl. „Wir könnten wesentlich mehr verkaufen, aber mir ist es lieber, wenn ich damit die eigenen Ackerflächen verbessern kann.“ Nach fast 30 Jahren Düngung mit Kompost merke er eindeutige Verbesserungen der Bodeneigenschaften. Dazu zählen unter anderem die Wasserspeicherfähigkeit, das Nährstofffreisetzungspotenzial, das Bodenleben und das Bodengefüge. Wie Versuche zeigten, nehmen der Wasserabfluss und der Bodenabtrag bei mit Kompost gedüngten Flächen deutlich ab. Denn das Porenvolumen und die Wasserleitfähigkeit nehmen zu, wodurch auch Verschlämmungen reduziert werden können. Laut Gesetz darf der Landwirt in einem 5-Jahres-Zeitraum die Gesamtmenge an Kompost von 40 t Trockenmasse pro ha (entspricht in etwa 65 t Frischmasse) nicht überschreiten.

Den gesamten Bericht in voller Länge lesen Sie in der LANDWIRT Ausgabe 1/2018.Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 1/2018 (solange der Vorrat reicht)

Grundkurs: Bäuerliche Kompostierung
Am 1. und 2. März 2018 organisieren der Kompost und Biogas Verband Österreich sowie die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik den Grundkurs bäuerliche Kompostierung. Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik. Geben Sie in der Suchleiste den Begriff Kompost ein. Landwirtschaftliche Berater und Lehrer können sich direkt über diese Homepage anmelden. Weitere Interessierte bitte ein Mail mit den Kontaktdaten an office@kompost-biogas.info(Betreff: Anmeldung Grundkurs bäuerliche Kompostierung) senden.


Aktualisiert am: 10.01.2018 10:19
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Briri präsentiert neuen Universal-Breitstreuer

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Das plant die neue Regierung

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Die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes wird in bäuerlichen Betrieben häufig unterschätzt, da vielfach der Überblick über die wichtigsten Zahlen fehlt. Mit welchen Kennzahlen Sie die Ertragskraft des Waldes beurteilen können, lesen Sie im LANDWIRT.

LANDWIRT Sonderheft - Stallhygiene in der Praxis

Waschen, reinigen, desinfizieren: Nützliches Wissen rund um Stallhygiene Fordern Sie jetzt gleich kostenlos und unverbindlich diese LANDWIRT Sonderausgabe an!

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Am Schlachtkuhmarkt zeigt sich EU-weit ein geringes Angebot an weiblichen Schlachtrindern. Dementsprechend zeigen die Preise leicht positive Tendenzen.

Bei Saugferkel über zweite Eisengabe nachdenken

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Vom einfachen Plakat bis zur eigenen Internetseite – irgendwann braucht jeder Direktvermarkter gute Produktfotos. Mit den folgenden Tipps und etwas Übung brauchen Sie dafür keinen Fotografen zu holen.
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Welcher Gülleverteiler hat die geringsten Stickstoffverluste und verschmutzt das Futter am wenigsten? Diesen Fragen sind wir gemeinsam mit der Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein auf den Grund gegangen. Die Unterschiede sind groß, aber nicht überraschend.

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In Zusammenarbeit mit dem Agrar-Reisebüro AGRIA bieten wir heuer eine interessante LANDWIRT Leserreise zur Tulpenblüte in die Niederlande an. Anmeldeschluss: 31.01.2018

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Neu von Oehler ist der Dreiachs-Ballentransportwagen DDB 240 BK. Er ist mit einem patentierten hydraulischen Ladungssicherungssystem ausgestattet und weist ein zulässiges Gesamtgewicht von 24 t auf.

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Dass Andrä Rupprechter nicht mehr Landwirtschaftsminister ist, bedauert sein bayerischer Kollege, Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Im LANDWIRT Interview pocht Brunner auf eine EU-weite Milchdeckelung. Milchlieferverträge sollten Menge und Preis beinhalten.

Uneinheitlicher Start am Schlachtrindermarkt

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Neue Regeln zu Beschäftigungsmaterial ab 1. Jänner

Ab 1. Jänner müssen alle Schweine ständig Zugang zu Beschäftigungsmaterial haben. Ketten reichen nicht mehr aus. Denken Sie auch an Saugferkel und den Eber.

Wer steckt hinter der Stimme in den LANDWIRT Videos?

Diese Frage wird uns in der LANDWIRT Redaktion immer wieder gestellt. Das wollen wir euch in unserem neuen Video sowie in einem Bildbericht zeigen.

„Für Sonderfälle wird es besonders schwierig“

Mit der letzten Milchgeldabrechnung wurden die Lieferanten der Berglandmilch darüber informiert, dass mit 1. Jänner 2018 vermehrte Milchanlieferung bestraft und für eine Verringerung ein Bonus ausbezahlt wird. Wir haben mit dem Leiter des Geschäftsführungsbüros, Georg Lehner, über das Mengenstabilisierungsprogramm gesprochen.

Das war das Milchjahr 2017

Ende des Jahres ist Zeit um kurz innezuhalten, die zwölf Monate mit den zahlreichen Ereignissen noch einmal zu bedenken, Lehren daraus zu ziehen und den Blick optimistisch nach vorne zu richten.