Der Fluch der Mumie: Parvovirose und Rotlauf

Parvoviren verursachen Fruchtbarkeitsstörungen. Aufgrund der gut ausgebildeten Immunität kommt es nur selten zu Krankheitsausbrüchen. Neu aufgebaute Herden und Jungsauen stellen jedoch ein Risiko dar. Diese Tiere sind immunologisch naiv (nicht geschützt) und deshalb empfänglich für Infektionen.
Kleine Würfe mit weniger als sechs Ferkeln sind ein erstes Zeichen einer Parvovirus-Infektion.
Kleine Würfe mit weniger als sechs Ferkeln sind ein erstes Zeichen einer Parvovirus-Infektion.
Das Porcine Parvovirus (PPV) vermehrt sich normal im Verdauungstrakt der Schweine, ohne klinische Erscheinungen hervorzurufen. Es kann in der Umgebung für viele Monate überleben und ist resistent gegenüber den meisten Desinfektionsmitteln.
Schweine infizieren sich über Tröpfcheninfektion. Nach Erregeraufnahme kommt es nach 7- 14 Tagen zur Virusausscheidung über Kot, Speichel, Nasensekret und Sperma und kann bis zu 2 Wochen andauern. Die Ferkel erhalten über das Kolostrum (Biestmilch) des Muttertieres Antikörper (Schutzstoffe), die sie für 4- 6 Monate vor einer Infektion schützen. Die Erregerübertragung auf die Feten erfolgt 10-14 Tage nach der Infektion des Muttertieres. Die schnelle Zellteilung des embryonalen und fetalen Gewebes bietet dem Virus optimale Vermehrungsbedingungen. Die mütterliche Plazenta ist nicht betroffen, wodurch ein Ausbleiben von Aborten erklärt ist. Das Virus durchquert die Plazenta und führt selektiv zum Absterben von Fetus zu Fetus, so dass unter Umständen mumifizierte, totgeborene, lebende aber lebensschwache und gesunde Ferkel geboren werden können. Embryonaltod und Mumifikation sind nur bei Infektion der Früchte vor dem 70. Trächtigkeitstag zu erwarten, danach werden aktiv Antikörper gebildet und die Entwicklung der Feten verläuft ungestört.

Fazit
Mit zu den Erfolgsgaranten einer leistungsstarken Ferkelproduktion und zur Aufrechterhaltung eines gesunden Tierbestandes gehören ein optimales Management, Impfprogramme und eine gute Quarantäne.
Um hohe Produktionsdaten erzielen zu können ist eine Schutzimpfung gegen Parvovirose und Rotlauf unumgänglich und eine lückenlose Grundimmunisierung der Jungsauen und Jungeber notwendig.

Autorin: Dr. Edeltraud PIRKER, Traunkreis VetClinic, Ried


Aktualisiert am: 23.01.2007 15:25
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