Den Besamungserfolg mit Barcode-Scanner erhöhen

Die Fehlerquote bei der Besamung ist immer noch zu hoch. Mit einem neu entwickelten Hand-PC und Sauenplaner können aber neuerdings Schwachstellen arbeitssparend aufgedeckt werden.
Über den Barcode-Scanner kann der Ferkelerzeuger die Sauendaten direkt einsehen und Details zur Besamung eintragen.
Über den Barcode-Scanner kann der Ferkelerzeuger die Sauendaten direkt einsehen und Details zur Besamung eintragen.
Eine korrekte Besamung ist die wichtigste Voraussetzung zur Verbesserung der Fruchtbarkeitsleistung. Dabei spielt der richtige Besamungszeitpunkt eine bedeutende Rolle. In einigen Betrieben werden die Ergebnisse der Duldungskontrolle (Rötung/Schwellung der Vulva, Duldung) und die Zeitpunkte der Besamungen in einen Brunstkalender eingetragen. Diese Brunstkalender werden in der Praxis allerdings fast nie ausgewertet. Daher entstand zunächst die Idee, die Daten zur Brunstkontrolle und zu den Besamungen über einen Taschencomputer im Sauenplaner einzutragen, um die Auswertung deutlich zu vereinfachen. Mit einem Barcodescanner am Pocket-PC können die Sau-Nummer und die Eber-Nummer (auf der Spermatube) eingescannt werden.

Barcode-Scanner und Sauenplaner
Bisher wurde das Besamungsmonitoring auf der Grundlage der betrieblichen Brunstkalender durchgeführt. Dazu erfolgte die Dateneingabe von Hand in ein Statistikprogramm. Für den Betriebsleiter ist das eine unzumutbare Arbeit. Das Besamungsmonitoring mit Barcode-Scanner und Sauenplaner ermöglicht eine arbeitssparende Auswertung des individuellen Rauscheverhaltens jeder einzelnen Sau. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse kann eine zielgerichtete Ursachenanalyse bei zu geringer Fruchtbarkeitsleistung mit dem Schwerpunkt auf dem Besamungsmanagement durchgeführt werden.

Anschaffung: Wo und wie teuer?
Das Besamungsmonitoring ist standardmäßig im db-Planer von BHZP vorhanden. Dieser Sauenplaner wird normalerweise gemietet und kostet jährlich 170 Euro. Das für das Besamungsmonitorung notwendige Programm db-mobil ist nicht im Mietpreis des Sauenplaners enthalten und kostet im ersten Jahr einmalig 170 Euro und in den Folgejahren zusätzlich zum Mietpreis des db-Planers 36 Euro.
Eingabegeräte und Barcode-Leser müssen vom Landwirt selbst angeschafft werden. BHZP empfiehlt Eingabegeräte mit dem Betriebssystem Windows 5.0 oder 6.0. Mit einem dazugehörigen Barcodescanner liegen die Anschaffungskosten dafür bei etwa 500 Euro.

Fazit
Mit dem Besamungsmonitoring im Sauenplaner können Fehler oder Probleme bei der Besamung nachgewiesen und in ihren Auswirkungen auf die Fruchtbarkeitsleistung sichtbar gemacht werden. Mit dem Einlesen des Barcodes jeder Sau und dem Einsatz eines Taschencomputers ist eine schnelle Datenerfassung und -auswertung möglich. Damit können das Besamungsmanagement und der betriebswirtschaftliche Erfolg verbessert werden.

Autor: Prof. Dr. Steffen HOY, Universität Gießen (D)


Aktualisiert am: 09.12.2008 15:16
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