Den Besamungserfolg beim Rind steigern

Nur jede zweite Besamung führt auch tatsächlich zu einer Trächtigkeit. Die Ursache ist meist nicht eine schlechte Befruchtungsrate, sondern der frühe Fruchttod.
In mehr als 95 % der besamten Kühe findet man zwei Tage nach der Besamung eine befruchtete Eizelle.
In mehr als 95 % der besamten Kühe findet man zwei Tage nach der Besamung eine befruchtete Eizelle.
Versuche zeigen, dass man in mehr als 95 % der besamten Kühe zwei Tage nach der Besamung eine befruchtete Eizelle findet. Das heißt, ein großer Teil der Embryonen fällt dem embryonalen Frühtod zum Opfer. Der Besamungserfolg bleibt also nicht etwa aus, weil zu wenig Sperma im Röhrchen ist oder der Zeitpunkt richtig gewählt wurde. Bei der Befruchtung bzw. Zellteilung können Fehler auftreten. Hier hat die Natur Missbildungen einen Riegel vorgeschoben, und nicht jede anormale Frucht wird auch ausgetragen. Da es hierfür auch einen genetischen Einfluss gibt, sollte der Zuchtwert für die Befruchtungsfähigkeit des Spermas eines Stieres nicht außer Acht gelassen werden. Dieser wird in Abweichung vom Durchschnitt ausgewiesen. +/-3 % ist hier durchaus im Normalbereich. Darüber und darunter können Stiere als gute bzw. schlechte Befruchter gesehen werden.

Problemkühe merzen
Auch auf der mütterlichen Seite kann angesetzt werden, indem Problemkühe aus der Zucht ausgeschlossen werden. Der Einfluss des Stieres auf die Fruchtbarkeit seiner Töchter wird im Wert „Fruchtb. mat.“ ausgewiesen. Will man also die Herdenfruchtbarkeit genetisch steigern, sollte man bei der Anpaarung auch darauf Rücksicht nehmen. Die Aussagekraft dieses Wertes sollte aber durch große Töchterzahlen abgesichert sein. Die Sicherheit des Zuchtwertes steht dahinter in Klammer und sollte über 90 % liegen. Weiters sei darauf hingewiesen, dass hier der Durchschnitt mit 100 angenommen wird. Da die durchschnittliche Fruchtbarkeit aber ständig leicht abnimmt, sind Werte um 100 zu wenig, um dagegensteuern zu können; sie sollten daher deutlich darüber liegen (105 und mehr).

Den gesamten Artikel können Sie in der Ausgabe 23/2012 unserer Fachzeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt" nachlesen.

Autor: Mag. Gerhard FRUHAUF, Tierklinik Schlins

Weiters in dieser Ausgabe:

- Wie viel Restmilch darf beim Melken im Euter bleiben?
- Technik im Kuhstall wird intelligenter


Aktualisiert am: 23.11.2012 09:02
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