Demenz: Vergiss mich nicht…

Etwa 100.000 Österreicher sind derzeit von einer dementiellen Erkrankung betroffen. 2050 wird diese Zahl auf 230.000 angestiegen sein. Der Großteil der Patienten wird in der Familie betreut. Eine Belastung, die in den kommenden Jahren für noch mehr Menschen Realität werden wird.
Etwa 80 % der Erkrankten werden in der Familie gepflegt. Die Patienten kapseln sich von der Außenwelt ab. Die Gesellschaft versteht das Problem oft nicht.
Etwa 80 % der Erkrankten werden in der Familie gepflegt. Die Patienten kapseln sich von der Außenwelt ab. Die Gesellschaft versteht das Problem oft nicht.
„Oma, kennst du mich denn nicht?“Ich gehe an ihr Bett, sie sieht mich fragend an. Oma schüttelt den Kopf. Ihr ist es unangenehm, sie wendet sich ab. Heute ist wieder ein schlechter Tag. Oma leidet an Altersdemenz.

Was ist Demenz?
Der Ursprung des Wortes Demenz geht auf den lateinischen Ausdruck dementia (ohne Geist) zurück. Bei der Krankheit nehmen das Gedächtnis und die Denkfähigkeit ab. Demenzen treten überwiegend im Alter auf. Dabei sind vor allem das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache, die Motorik und manchmal auch die Persönlichkeit betroffen. Einige Formen können jedoch medikamentös behandelt werden. Es gibt aber auch reversible Demenzformen.
Die steigende Lebenserwartung stellt die Gesellschaft vor eine neue Herausforderung. Sind es derzeit etwa 25.000 Neuerkrankungen pro Jahr, so wird sich die Zahl in den kommenden Jahren verdoppeln.

Alzheimer ist nicht heilbar
Die Krankheit verläuft meist kontinuierlich schleichend, bis hin zur totalen Pflegebedürftigkeit. Eine Heilung gibt es derzeit nicht, durch gute Betreuung und Medikamente lässt sich der Verlauf verzögern.
Im Endstadium der Krankheit kehren Reflexe aus der Kindheit wieder zurück, wie etwa der Greif oder Saugreflex. Der Betroffene erkennt Angehörige und Freunde nicht mehr und benötigt Pflege rund um die Uhr. Auch die organischen Funktionen sind bei Alzheimer beeinträchtigt. Es geht soweit, dass der Patient weder kauen noch schlucken kann. In dieser Situation sind Lungenentzündungen nicht selten. Atemwegsinfekte sind die häufigste Todesursache.

Empfehlungen für den Umgang mit Demenzkranken:
• Halten Sie das normale Leben so lange wie möglich aufrecht.
• Genießen Sie gemeinsame Aktivitäten.
• Strukturieren Sie den Alltag (gleich bleibender Tagesablauf).
• Teilen Sie dem Kranken Beschäftigungen zu (fordern, nicht überfordern).
• Unterstützen Sie die Eigenständigkeit.
• Vermeiden Sie Auseinandersetzungen, nur Lob aussprechen, keine Kritik.
• Sprechen Sie langsam und ich einfachen Sätzen.
• Verlangen Sie keine Entscheidungen.

Pflegende Angehörige sind starken Belastungen ausgesetzt. Ihnen sollte besondere Aufmerksamkeit, Achtung und Hilfe zukommen.

Oma lebt heute nicht mehr. Die schwierigen Monate vor ihrem Tod sind fast vergessen. Zurück bleibt die Erinnerung an jene Oma, die ich aus meiner Kindheit kannte: An ihre Socken, die Märchen, ihre Süßigkeitenlade. Ich hoffe nur, sie hat mich nicht vergessen.

Landwirt Tipp:Praktische Tipps für den Umgang mit Erkrankten finden Sie unter
www.alzheimer-selbsthilfe.at
www.leben-mit-alzheimerkranken.at
Plattform für pflegende Angehörige www.pflegedaheim.at
Beratung für Pflegende unter der Telefonnummer 0800/20 16 22

Autorin: Angelika KONRAD, St. Peter Freienstein


Aktualisiert am: 02.04.2009 17:11
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