Dem Stressverhalten der Tiere auf der Spur

Junge Wissenschaftler der Wiener Universität für Veterinärmedizin sind dem Stressverhalten von Tieren auf der Spur. Gemessen wird das Stressausmaß im Kot der Tiere.
Ein besonders schonendes Messverfahren für das Stressverhalten der Tiere liefert ein an der Veterinärmedizinischen Universität Wien entwickeltes Verfahren, das laufend verfeinert bzw. auf weitere Tierarten ausgedehnt wird. Gemessen wird das Stressausmaß im Kot der Tiere, da dies im Vergleich zur Blutabnahme, der konventionellen Methode, die objektivere Bestimmungsvariante ist. „Eine Blutentnahme erzeugt zusätzlichen Stress und ist zudem bei Wildtieren, bei besonders kleinen Tieren und bei gefährlichen Tierarten nicht so leicht möglich“, sagt Sophie Rettenbacher von der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Die Stressbestimmung aus dem Kot ist dagegen belastungsfrei für das Tier.

Stresshormone werden über Kot und Harn ausgeschieden

Die Stresshormone werden in der Leber inaktiviert und zum Teil über den Kot und den Harn ausgeschieden. Untersucht werden im Kot die Abbauprodukte (Metaboliten), wobei jede Tierart unterschiedliche Abbauprodukte ausscheidet. Es muss also für jede Tierart eine eigene Nachweismethode erarbeitet werden. Zudem muss natürlich die zeitliche Verzögerung – von der aktuellen Stresssituation bis zur Ausscheidung der Metaboliten im Kot – berücksichtigt werden. Diese Zeitverzögerung bringt auch neue Erkenntnisse. „Ich erfasse den Stress retrospektiv“, sagt Rettenbacher. „Ich weiß dann, welche Belastungen das Tier vor zwölf Stunden erlebt hat.“ Die Wiener Veterinärmedizin ist die einzige Universität, die diese Tests für Metaboliten entwickelt hat.

Weniger Stress am Klauenpflegestand

Ein überraschendes Ergebnis brachte die Untersuchung von Milchkühen bei der Hufpflege. Wird Klaue für Klaue des stehenden Rindes auf eine Pflegevorrichtung gelegt, ist dies für die Milchkuh stressiger, als wenn das Tier angegurtet mit einer Kippvorrichtung (auf eigenen Kippwagen) in eine Seitenlage gehievt wird. Den ganzen Artikel in der Onlineausgabe "Die Presse" v. 20.2.2010 können Sie unter folgendem Link nachlesen: Das stressige Leben der Tiere


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Aktualisiert am: 26.02.2010 07:43
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