Deckungsbeitrag – Welche Kultur bringt mehr?

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Die niedrigen Deckungsbeiträge der Ackerkulturen haben den Landwirten in den letzten Jahren Kopfzerbrechen bereitet. Es stellt sich die Frage, welche Kultur mehr Geld einbringt
. Erzeugerpreise von 140 Euro/t Mahlweizen und darunter machten es den Landwirten im vergangenen Jahr schwer die Fixkosten zu decken.  Foto: Agrarfoto
. Erzeugerpreise von 140 Euro/t Mahlweizen und darunter machten es den Landwirten im vergangenen Jahr schwer die Fixkosten zu decken. Foto: Agrarfoto
Ein hoher Druck an Unkräutern und Krankheiten, die Resistenzproblematik sowie die gute fachliche Praxis setzen eine gut gegliederte Fruchtfolge voraus. Doch gibt es Kulturen, die mehr abwerfen. Gerade in Jahren, in denen die Düngerpreise niedrig sind, stechen besonders Kulturen mit einem hohen Nährstoffbedarf hervor. So bleibt Raps eine interessante Kultur für den Ackerbau. Die Deckungsbeiträge bei Getreide waren die letzten Jahre nicht sehr gut. Erzeugerpreise von 140 Euro/t Mahlweizen und darunter machten es den Landwirten im vergangenen Jahr schwer die Fixkosten zu decken. Dieses Jahr sehen die Preise etwas besser aus. Aber die enormen internationalen Lagerbestände lassen hier für die nächsten Jahre nicht sehr viel Spielraum nach oben. Interessant bleibt Mais. Die verarbeitende Industrie baut ihre Kapazitäten aus und benötigt große Mengen an Mais, die wir im eigenen Land nicht decken können. Das steigert die Nachfrage und beflügelt so den Erzeugerpreis. Zu guter Letzt bringt die Sojabohne die letzten Jahre hohe Deckungsbeiträge. Die Nachfrage nach GMO-freiem Soja steigt mehr und mehr, was man bei den relativ hohen Erzeugerpreisen spürt.

Fremdarbeit vs. Eigenarbeit
Grundsätzlich werden beim Deckungsbeitrag nur die Leistungen der Produkte mit den variablen Kosten aufgelistet und gegenübergestellt. Die Differenz daraus sollte die Fixkosten decken. Die Fixkosten können in keine Rechnung mit aufgenommen werden. Unterschiedliche Betriebsgrößen, Maschinenausstattungen, Gebäude und vieles mehr machen einen Vergleich unseriös. Doch man kann sich ansehen, wie hoch die Deckungsbeiträge bei einem Betrieb mit hohen und bei einem Betrieb mit niedrigen Fixkosten sind. Man vergleicht die variablen Maschinenkosten bei 100%iger Eigenmechanisierung und jene, wenn sämtliche Arbeiten – von der Grundbodenbearbeitung vor der Saat bis zum Stoppelsturz nach der Ernte – von Fremdarbeitskräften mit Fremdmaschinen durchgeführt werden. Natürlich ist fremde Arbeit teurer als die eigene. Daher steigt die Differenz der beiden mit der Häufigkeit der Überfahrten. So ist im Vergleich die Fremdarbeit bei Körnerraps mit den häufigen Überfahrten von Pflanzenschutz und Düngung deutlich teurer als beispielsweise bei der Ackerbohne. Wenn Sie sämtliche Arbeiten auslagern, könnten Sie auf bauliche Anlagen sowie Maschinen und Geräte verzichten. Für jene Betriebe, die die Arbeit selbst erledigen wollen, bleiben die hohen Fixkosten ein Problem. Während Betriebe mit einer hohen Flächenausstattung die Fixkosten auf mehr Hektar aufteilen, können das Betriebe mit einer geringen Flächenausstattung nicht machen.

Eigene Berechnungen der Deckungsbeiträge können Sie auf der Homepage der Bundesanstalt für Landwirtschaft und der Homepage der Landesanstalt für Landwirtschaft durchführen.


Mehr zu den Deckungsbeiträgen und ein direkter Vergleich zwischen Eigen- und Fremdarbeit lesen Sie in der LNADWIRT Ausgabe 17/2017.
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Aktualisiert am: 28.08.2017 14:51