Das etwas andere „irische Melksystem IMS“

Tief verlegte Milchleitungen und eine darauf abgestimmte Melktechnik gelten als Grundvoraussetzung für einen modernen und sicheren Milchentzug von Hochleistungskühen, so die Meinung vieler internationaler Melktechnikfachleute. Genau vom Gegenteil überzeugt ist aber Dr. Eddie O´Callaghan von der Forschungsanstalt Moorepark in Irland.
Dr. Eddie O Callaghan propagiert schon seit Jahren in allen Melkständen die Milchleitung nach oben zu verlegen. Welche Vorteile bringt das mit sich?

Melkstände mit hoch verlegten Milchleitungen wurden bei uns vor allem in den ersten Boxenlaufställen der 60iger und 70iger Jahre installiert. Da es durch steigende Milchleistungen Probleme mit der Eutergesundheit gab, wurden in den letzten Jahren fast ausschließlich Melkstände mit tief verlegten Milchleitungen eingebaut. Vor allem die hoch verlegten Milchleitungen bereiteten aber den Fachleuten Kopfzerbrechen. Dadurch, dass die Milch bei der hoch verlegten Leitung nach oben fließen muss, wird in der Regel mit einem hohen Vakuum zwischen 45 – 50 kPa gemolken. Ein zu hoch eingestelltes Vakuum ist aber nach Meinung vieler Fachleute für eine ganze Reihe von Euterschäden verantwortlich: Zitzenverhärtungen, Hypertkeratose, Blutstauungen, etc. Bei tief verlegten Milchleitungen dagegen kann mit einem viel niedrigeren Anlagenvakuum zwischen 39 und 42 kPa gemolken werden. Somit wurde in den letzten Jahren die Melktechnik auf die tief verlegte Milchleitung optimiert.

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Aktualisiert am: 08.07.2003 11:19
Das Irische Melksystem lässt sich in allen bekannten Melksystemen einsetzen.
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