Das Futter wird knapp und die Ernte ist in Gefahr

Grünlandbetrieben klagen über Engpässe beim Futter und dort, wo die Felder nicht restlos geflutet wurden, befürchten Landwirte eine Beeinträchtigung ihrer Ernte durch die langanhaltenden Regenfälle und die kühle Witterung.
Die Bestände stehen unter Wasser und beeinträchtigen Ertrag und Qualität.
Die Bestände stehen unter Wasser und beeinträchtigen Ertrag und Qualität.
Neben dem bayerischen Landwirtschaftsminister, Helmut Brunner, kündigte auch der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl, Unterstützung für Landwirte an.

Engpässe beim Futter
Vor allem beim Grünland gibt es schon Futterengpässe. Viele Milchbauern konnten ihre Wiesen noch nicht mähen, teilweise konnte mehr als die Hälfte der Grasernte nicht eingeholt werden. „Viele Flächen gleichen Sumpfgebieten“, sagt Heidl. „Der Boden ist wassergesättigt und wird auch die nächsten Tage kaum befahrbar sein.“ Das Gras kann damit oft nicht mehr als Futter genutzt werden. „Eine alternative Verwertung von verschmutztem Aufwuchs, zum Beispiel in Biogasanlagen, muss unbürokratisch und auch innerhalb des Kulturlandschaftsprogramms möglich sein“, fordert Heidl. „Auch für Flächen, die noch nicht bestellt werden konnten oder anderweitig genutzt werden müssen, dürfen keine förderrechtlichen Nachteile entstehen. Jetzt ist Flexibilität gefragt!“ Bayernweit wird mit erheblichen Schäden in der Landwirtschaft gerechnet, besonders betroffen sind Bauern in südostbayerischen Landkreisen. Aber auch in anderen Regionen, wie zum Beispiel im Landkreis Dillingen, wurden großflächig landwirtschaftliche Felder und Wiesen für den Hochwasserschutz geflutet. In einigen Fällen mussten auch Ställe evakuiert werden. Eine Gesamtbilanz der Schäden ist noch nicht möglich, erst wenn sich die Wassermassen wieder zurückziehen, wird das ganze Ausmaß sichtbar sein.

Der Regen und die kühlen Temperaturen führen zu Schäden auf dem Acker.
Der Regen und die kühlen Temperaturen führen zu Schäden auf dem Acker.

Land unter
Hopfen- und Gemüsepflanzen bekommen nasse Füße und Wiesen wurden geflutet, Spargelbauern befürchten starke Einbußen und vielerorts stehen landwirtschaftliche Kulturen wie Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln unter Wasser. Kartoffeln konnten teils noch nicht gepflanzt werden oder drohen im Boden zu verfaulen. „Die Witterung der vergangenen Wochen hat zu einem Stillstand auf bayerischen Äckern geführt“, sagt Heidl. Auch Mais und Getreide sind betroffen. „Der Mai ist der Wachstumsmonat“, sagt Heidl. „Doch in diesem Jahr war er viel zu nass und zu kalt. Die starken Regenfälle bringen Schäden und Krankheiten auf die Felder. Die Pflanzen brauchen jetzt dringend Sonne!“

Steuerliche Erleichterung
„In dieser Situation müssen die betroffenen Betriebe und Familien unterstützt werden“, sagt Heidl. BBV-Präsident Walter Heidl hat sich deshalb in einem Brief an den bayerischen Ministerpräsident Horst Seehofer gewandt und Soforthilfen sowie steuerliche Erleichterungen eingefordert. Zusätzlich helfen sich Landwirte auch selbst. Der Bayerische Bauernverband bietet zusammen mit den bayerischen Maschinenringen die Internet-Futterbörse an: www.BayerischerBauernVerband.de/Futterboerse. Hier können Bauern Grundfutter wie z. B. Heu, Silomais oder Futterrüben anbieten oder erhalten bei Engpässen Hilfe von Berufskollegen.




Foto: H.D.Volz/pixelio.de

Autor: Lena Adlhoch
Aktualisiert am: 03.06.2013 21:20
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