Dänische Schweinebranche in der Krise

Die höheren Erlöse für Schweinefleisch und lebende Jungtiere in Deutschland fördern den Export aus Dänemark. Dänische Branchenvertreter klagen über nachlassende Wettbewerbsfähigkeit und fordern die Regierung auf, etwas zu unternehmen.
Ein dänischer Mäster kann in Deutschland bis zu 0,20 Euro pro kg mehr für seine Schweine erlösen als in Dänemark.
Ein dänischer Mäster kann in Deutschland bis zu 0,20 Euro pro kg mehr für seine Schweine erlösen als in Dänemark.
Der dänische Fleischkonzern Danish Crown (DC) und andere Branchenvertreter haben die eigene Regierung angesichts weiter rückläufiger Schlachtzahlen aufgefordert, geeignete Maßnahmen gegen hohe Lebendexporte und nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Branche zu ergreifen. Geschehe das nicht, droht man mit weiter steigenden Ausfuhren und dem Abbau von Arbeitsplätzen. DC-Direktor für Schweinefleisch Jesper Friis erklärte, dass der dänische Schweinemarkt zunehmend in eine Schieflage gerät. Ursache sei vor allem der große Unterschied zwischen den deutschen und dem einheimischen Erlösen für Fleisch und insbesondere für lebende Jungtiere. Das fördere den Export von Ferkeln nach Deutschland, dadurch fehlten den dänischen Schlachtern die ausgemästeten Tiere. Werde hier nicht entschieden reagiert, drohten bei DC in den kommenden Jahren Werksschließungen und Entlassungen von bis zu 1.000 Mitarbeitern, warnte Friis.

Niedrigere Erlöse in Dänemark
Laut dem Präsidenten der dänischen Schweineerzeuger, Henrik Mortensen, erzielen dänische Mäster beim Verkauf ihrer Tiere im Inland bis zu 0,20 Euro pro kg weniger als in Deutschland. Pro Betrieb und Jahr summiere sich der Ausfall auf bis zu 94.000 Euro. Die Ferkelexporte seien seit Jahresbeginn mit 4,8 Mio. Tieren wieder um 200.000 Stück höher als zwischen Januar und August 2012.
Die prekäre finanzielle Lage vieler Schweinemäster hat nach Angaben des Vorsitzenden vom dänischen Schweineforschungszentrum, Lindhart Nielsen, außerdem die Folge, dass viele Bauern inzwischen keine Bau- und Liquiditätskredite von ihren Banken mehr bekommen. Nielsen sieht nun vor allem den dänischen Minister für Industrie und Wachstum, Henrik Sass Larsen, in der Pflicht, im Interesse der Landwirte für ökonomische Erleichterungen zu sorgen.

Aktualisiert am: 30.08.2013 08:06
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