Dänische Molkerei Arla expandiert und erhöht Milchpreis

Bewegung herrscht beim dänisch-schwedischen Milchverarbeiter Arla: Er will in Großbritannien weiter wachsen, erhöht seinen Milchpreis und beendet seine Kooperation mit dem neuseeländischen Milchverarbeiter Fonterra.
Aufwärtstrend beim dänischen Milchverarbeiter Arla: Milchpreis steigt und er will in GB expandieren.
Aufwärtstrend beim dänischen Milchverarbeiter Arla: Milchpreis steigt und er will in GB expandieren.
Der dänisch-schwedische Milchverarbeiter Arla will in Großbritannien weiter wachsen. Der genossenschaftlich organisierte Konzern, nach FrieslandCampina und Lactalis der größte Milchverarbeiter in Europa, gab vergangene Woche Planungen für den Bau einer neuen Molkerei bei London bekannt. Dort sollen ab 2012 rund 1 Mrd. l Milch pro Jahr verarbeitet werden. Arla betreibt zurzeit acht Molkereien in Großbritannien und hat dort mehr als 1000 Milchlieferanten unter Vertrag. Ob bestehende Werke für das neue Werk bei London weichen müssen, ließ eine Firmensprecherin offen. Die Planungen fußten auf einer Wachstumsstrategie, und man hoffe, weitere Marktanteile hinzuzugewinnen.

Höhere Milchpreise bei Arla
Der dänische Milchverarbeiter folgt der Aufwärtsbewegung an den Märkten mit einer Preisanhebung. Die Mega-Kooperative gab vergangene Woche bekannt, den Auszahlungspreis für ihre Genossenschaftsmitglieder ab Dezember um 10 Øre (1,34 Cent) auf bis zu 229,3 Øre/kg (30,6 Cent) für konventionelle Milch anzuheben. Zugrunde gelegt werden dabei ein Fettgehalt von 4,2% und ein Eiweißanteil von 3,4%, so dass der Preis um bis zu 2 Cent/kg höher liegt als bei einem Fettgehalt von 3,7%. Zudem enthält dieser Arla-Preis sämtliche möglichen Zuschläge, so für hochwertige Qualität und die Anlieferung großer Milchmengen. Für Ökomilch werden bei Arla ab kommendem Monat bis zu 287,2 Øre (38,6 Cent) gezahlt. Zuletzt war der Milchpreis bei Arla zum 5. Oktober gestiegen. Arla-Geschäftsführer Peder Tuborgh führte die jüngste Preisanhebung auf die verbesserte Lage an den Weltmärkten zurück. Die Marktbedingungen seien weiterhin schwierig. Die Verkäufe an Industriekunden belebten sich zwar; doch seien bessere Preise im Einzelhandel für weitere Preisanhebungen notwendig.

Fonterra und Arla beenden Joint Venture in Großbritannien
Der neuseeländische Milchverarbeiter Fonterra und die dänische Molkerei Arla beenden ihre Kooperation in Europa. Fonterra gab am vergangenen Freitag bekannt, seinen 25-Prozent-Anteil an der Firma AFF an Arla verkauft zu haben. Damit gehört AFF jetzt komplett zu Arla. Das Joint Venture war im Jahr 2002 geschaffen worden, um Blockbutter, Streichfette und Sahneprodukte in Großbritannien zu vermarkten. Momentan räumt die Europäische Union Neuseeland im Rahmen von Kontingenten für rund 77400 t Butter und etwa 11000 t Käse zollermäßigten Zugang ein. Bei Schaffung der Gemeinschaftsfirma mit Arla hatte Fonterra angekündigt, es könnten bis zu 50% der neuseeländischen EU-Butterquote in das Joint Venture gehen. Die Neuseeländer verfügen über die bekannte Marke Anchor, unter der sie ihre Butter für den EU-Markt vor allem in Großbritannien absetzen. Dieser Markenname soll nun in Lizenz an Arla vergeben werden. Ein Grund für die Beendigung der neuseeländisch-dänischen Kooperation könnten Arlas verstärkte Aktivitäten in Großbritannien sein. Die Vergabe der neuseeländischen Kontingente für den Butterexport in die EU war vor einigen Jahren neu geregelt worden, nachdem der Europäische Gerichtshof (EuGH) das Verfahren als unrechtmäßig beurteilt hatte, wonach die Importlizenzen in Großbritannien beantragt werden mussten. (AgE)


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Aktualisiert am: 23.11.2009 10:36
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