DLG-Unternehmertage: Markt für Schweinefleisch wächst - Erzeugerpreise sinken

Zunehmende Exportabhängigkeit der deutschen Schweineerzeugung, interessante Getreidekurse und günstige Kreditkonditionen waren Schwerpunkte der Podiumsdiskussion auf den DLG-Unternehmertagen.
In der deutschen Handelsbilanz mit Schweinefleisch sollen sowohl die bundesweite Schweineproduktion als auch das damit verbundene Marktrisiko durch die expandierenden Exporte wachsen. Diese Aussichten stellten Dr. Heinz Schweer von Vion und Dr. Frank Greshake von der Erzeugergemeinschaft Rheinland vor. Die deutsche Schweinefleischerzeugung sei trotz des rückläufigen Inlandverbrauchs der Gewinner der Wirtschaftskrise in Europa, betonte Schweer. In diesem Jahr dürften die Schlachtungen nochmals auf rund 58 Millionen Stück zulegen, und auch für das kommende Jahr ist laut Greshake mit einem leichten Wachstum zu rechnen.

Asien: Neue Exportchancen versus Preisrisiko

Die Vermarktung der wachsenden Mengen müsse im In- und Ausland häufig über den Preis erfolgen, dies gelte auch für den immer wichtiger werdenden Absatz in Osteuropa. Mit dem Abschluss von Veterinärabkommen erschlössen sich in Asien neue Exportchancen, dabei handele es sich allerdings um sehr volatile Märkte, eine Abhängigkeit von diesen bedeute auch für den heimischen Markt ein erhebliches Preisrisiko.

Durchnittspreis könnte heuer um drei bis fünf Cent/Kilo SG sinken

Für das laufende Jahr erwartete Greshake beim durchschnittlichen Auszahlungspreis für deutsche Schweinemäster einen Rückgang um drei bis fünf Cent je Kilo Schlachtgewicht (SG) gegenüber dem Vorjahr bei gleichzeitig steigenden Futterkosten. Obwohl die Zeche vor allem die Ferkelerzeuger wegen der reduzierten Ferkelpreise zahlen müssten, dürften Mäster teilweise "nicht mehr klarkommen", denn die Schweinemast werde immer enger kalkuliert. Ein beschleunigter Strukturwandel sowie "mehr fremdes Kapital" und eine langfristig weiter steigende Produktion dürften die Konsequenz sein, berichtet Dow Jones (Quelle: agrarheute.com).

Video: Marktanalyse Schwein

"Der Konsum in Deutschland wächst nicht so stark wie die Produktion," erklärt Dr. Dietmar Weiß, AMI Bereich Vieh und Fleisch. Deswegen müssten neue Absatzmärkte im Ausland gefunden werden. Unter folgendem Link können Sie sich das Interview mit Dr. Weiß ansehen: Marktanalyse Schwein


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Aktualisiert am: 12.09.2010 19:39
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