DLG: Herdenmanagementprogramme unter die Lupe

Die DLG-Arbeitsgruppe Anwenderberater hat Herdenmanagementprogramme unter die Lupe genommen und Orientierungshilfen für die Milchviehhalter zusammengestellt.
Herdenmanagementprogramme helfen, den notwendigen Beobachtungsaufwand für die Herde zielgerichtet einzusetzen.
Herdenmanagementprogramme helfen, den notwendigen Beobachtungsaufwand für die Herde zielgerichtet einzusetzen.
Die Planung für die betriebliche Ausrichtung nach dem Jahr 2015 ist in den Milchviehställen in vollem Gange. Neben einem schlüssigen Betriebskonzept, dem geeigneten Standort und einer angemessenen Finanzierung müssen in wachsenden Herden aber Leistung und Produktionstechnik weiter auf hohem Niveau gehalten oder verbessert werden. Hier können elektronische Managementprogramme helfen, Leistung und Produktionstechnik auf hohem Niveau zu halten. Da die Softwarelösung den Herdenmanager tagein, tagaus in der Produktion begleitet, sollten Anforderungen daran früh festgelegt und mit in den Entscheidungsprozess eingebunden werden.

Was leisten die Programme?
Die DLG-Arbeitsgruppe Anwenderberater hat unter Federführung von Christine Stöcker und Wilfried Richarz von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Herdenmanagementprogramme unter die Lupe genommen und im Folgenden Orientierungshilfen für die Milchviehhalter zusammengetragen. Das Leistungsspektrum heutiger Herdenmanagementprogramme ist groß und geht über die Brunstkontrolle, die der Drehkalender über Jahrzehnte auch noch in fünfziger oder sechziger Kuhherden befriedigend erledigten, weit hinaus. Kernpunkt ist die Bestandsverwaltung, die Steuerung der täglichen Arbeitsorganisation in der Herde. Brunsterkennung, Besamung, Trächtigkeitsuntersuchung, Trockenstellen und Maßnahmen zur Gesunderhaltung müssen termingerecht und zielorientiert durchgeführt werden.

Helfer für die Dokumentation
Meldungen von Tierzugängen, Geburten und Tierabgängen können heute direkt aus den Managementprogrammen heraus erledigt werden. Wer an Förderprogrammen teilnimmt, behält mit dem Programm einen vorgeschriebenen GV-Besatz im Griff und kann ihn jederzeit dokumentieren. Auch verabreichte Medikamente werden dokumentiert. Zur Leistungskontrolle werden nicht nur die Daten aus dem Melkstand aufgezeichnet und ausgewertet, auch die Analysewerte aus der Leistungskontrolle werden eingelesen und stehen für die Futterplanung zur Verfügung.

Einsatz im größten Kostenblock
Mit über 50% Anteil an den Gesamtkosten in der Milchproduktion ist das Futter der größte Kostenblock. Erfahrungen und das richtige Händchen in der Futterproduktion können elektronische Managerhilfen nicht ersetzen. Wohl aber können sie mit Rationsberechnungen und bei der Verteilung tierindividueller Kraftfuttermengen helfen, kuhindividuell am Optimum zu arbeiten. Mit einem entsprechenden Controlling lassen sich Maßnahmen und Zielerreichung jeder Zeit prüfen. Rezepturen für die Zusammenstellung von Mischrationen erleichtern das Delegieren von Arbeiten im Betrieb.

Herdenmanagementprogramme: Übersicht online zum Download
Eine Patentlösung für alle und auch eine Lösung, ausgerichtet auf einen bestimmten Managertyp, wird es für das Herdenmanagement in der Milchproduktion künftig kaum mehr geben. Zu unterschiedlich sind Herdengröße, Stall- und Fütterungskonzepte, eingesetzte Melktechnik und die Anforderungen in der Milchproduktion und Zucht. Mit dem eigenen Anforderungsprofil lässt die „Übersicht Herdenmanagementprogramme“ aber den Ausschluss einzelner Lösungen zu und lenkt über eine filterbare Darstellung den Fokus auf infrage kommende Programme. Interessenten können sich eine detaillierte Übersicht über Herdenmanagementprogramme als interaktive Excel-Tabelle herunterladen

Homepage der DLG


Aktualisiert am: 03.11.2011 23:32
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