D: Raps statt Soja spart Bares

Rapsschrot ist eine billigere Alternative zum Soja in der Milchviehfütterung und wächst zudem im eigenen Land. Zu beachten ist jedoch der niedrigere Energiegehalt. Der ökonomische Vorteil kann in Zeiten von derart niedrigen Milchpreisen entscheidend sein.
Rapsschrot ist in der Milchviehfütterung eine Alternative zu Soja.
Rapsschrot ist in der Milchviehfütterung eine Alternative zu Soja.
Der von immer mehr Milchviehhaltern vorgenommene Austausch von Soja- durch Rapsextraktionsschrot wirkt sich nicht negativ auf die Futteraufnahme und die Milchleistung von Hochleistungskühen aus. Auch die Milchinhaltsstoffe bleiben nahezu unverändert. Das haben nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen verschiedene Fütterungsversuche ergeben, die unter anderem in der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Technik in Iden durchgeführt wurden. Landwirte, die auf teures Importsoja als Proteinlieferant im Futter verzichteten und stattdessen auf preisgünstigen, in Deutschland gewachsenen und verarbeiteten Raps setzten, sähen die wissenschaftlichen Ergebnisse in der Praxis bestätigt.

Achtung Energiegehalt
Bei der Rationsgestaltung muss man allerdings den niedrigeren Energiegehalt des Rapsschrotes berücksichtigen und durch eine etwas höhere Futtergabe ausgleichen. Um hier alles richtig zu machen, sollten die Milchviehhalter in jedem Fall die Zusammensetzung der Ration exakt berechnen lassen. Laut Angaben der Kammer hatte die Preisdifferenz zwischen Sojaextraktionsschrot und Rapsextraktionsschrot im letzten Jahr mit bis zu 19 Euro/dt Rekordhöhen erreicht. Diesen Preisvorteil hätten sich viele Milcherzeuger durch Kaufkontrakte gesichert. Seit Ende letzten Jahres sei jedoch der Preis für Rapsschrot wieder deutlich gestiegen und betrage inzwischen gut 20 Euro/dt. Damit liege er aber immer noch gut 11 Euro/dt unter der Notierung von Soja, das zurzeit mit 32 Euro/dt gehandelt werde. Bei diesem Preis dürften für Rapsschrot etwa 27 Euro/dt gezahlt werden, um kostengleich zu produzieren. Dieser ökonomische Vorteil sollte konsequent genutzt werden, um die Kosten der Milchproduktion zu senken, empfahl die Landwirtschaftskammer. Schon seit Langem kämpften die Milcherzeuger mit einem sehr niedrigen, teilweise existenzgefährdenden Milchpreis. (AgE)

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Aktualisiert am: 09.03.2010 22:38
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