Copa und Cogeca: EU behandelt GAP-Wirtschaftsziele zweitrangig

Die Bauern- und Genossenschaftsverbände der EU, Copa und Cogeca, verurteilen das Vorhaben der EU-Kommission, die Wirtschaftsziele der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) im Rahmen ihrer Haushaltsüberprüfung als zweitrangig zu behandeln. Die EU können ihre ökologischen Ziele nicht ohne ökonomisch lebensfähige Bauern durchsetzten, so der Tenor.
Kein Umweltschutz ohne überlebensfähige Bauern - lautet der Einwand von Copa/Cogeca.
Kein Umweltschutz ohne überlebensfähige Bauern - lautet der Einwand von Copa/Cogeca.
"Die EU kann ihre Ziele in Bezug auf den Umweltschutz und den Klimawandel nicht erreichen, wenn die Landwirte ökonomisch nicht lebensfähig sind. Eine Stärkung der Wirtschaftsrolle der Bauern bei der Erzeugung von Lebensmitteln muss im Zentrum der zukünftigen GAP stehen", fordert Copa-Präsident Padraig Walshe. EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski hatte gestern betont, die GAP sollte zukünftig "weniger für Einkommen in der Landwirtschaft sorgen, sondern stärker Klima- und Umweltzielen genügen".

Erhalt der ländlichen Gebiete nur mit Landwirten
Angesichts der steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln, des Klimawandels und zunehmender Marktvolatilität könne die Ernährungssicherheit nicht länger als selbstverständlich angesehen werden, so Walshe. "Copa und Cogeca unterstützen voll und ganz den Erhalt der ländlichen Gebiete, aber der beste Weg hierfür ist die Gewährleistung der wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit der Landwirte und eines fairen Einkommens. Der neue Kommissionsvorschlag für eine stärkere, verpflichtende Ausrichtung der GAP am Umweltschutz kann nur im Falle einer Anhebung des aktuellen GAP-Haushalts in Betracht gezogen werden", betont der Präsident.

Wettbewerbsrecht anpassen
"Der europäische Agrar-Lebensmittelsektor mit seinen 28 Mio. Beschäftigten muss wettbewerbsfähig bleiben. Die Landwirte und Verbraucher in der EU stehen bereits zunehmender Preisvolatilität gegenüber und ihre über den Markt erwirtschafteten Erlöse schwinden. Die Verhandlungsmacht der Bauern und der Genossenschaften in der Lebensmittelkette muss gestärkt werden, damit sie bessere Preise erzielen können", fordert Cogeca-Präsident Paolo Bruni. Das europäische Wettbewerbsrecht müsse angepasst werden, um es Genossenschaften und Erzeugerorganisationen zu ermöglichen, an Größe und Einfluss in der Nahrungsmittelversorgungskette zuzunehmen.

Wirtschaftliche Zukunft als einziger Weg
Copa und Cogeca fordern daher die EU-Kommission, die Mitglieder des Europäischen Parlaments sowie die Minister der EU nachdrücklich dazu auf, sicherzustellen, dass Landwirte und Genossenschaften eine wirtschaftliche Zukunft haben. Dies sei der einzige Weg, auf dem sie einen Beitrag zur Erreichung der Umweltschutz- und Klimawandelbekämpfungsziele leisten können, wird betont. (AIZ)

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Aktualisiert am: 21.10.2010 15:38
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