Cola im Wochenbett

Die Herdenleistung von 10.876 kg Milch erreicht Familie Seitlinger durch oftmaliges Futternachschieben, konsequentes Herdenmanagement und ungewöhnlicher Elektrolyttränke nach dem Kalben.
Brigitte Löcker (29), Johannes (30), Josefa (49) und Johann Seitlinger (55) stehen mit vollem Einsatz hinter der Milchproduktion.
Brigitte Löcker (29), Johannes (30), Josefa (49) und Johann Seitlinger (55) stehen mit vollem Einsatz hinter der Milchproduktion.
„Wir fahren auf der intensiven Schiene, dadurch lasten wir die eingesetzte Technik besser aus, als wenn wir extensiv wirtschaften würden“, erläutert Johannes Seitlinger, der den Betrieb in einigen Jahren übernehmen wird und derzeit in der Bezirkskammer in Tamsweg als Berater arbeitet. Überaus zufrieden ist der junge Landwirt mit dem 1999 errichteten dreireihigen Liegeboxen-Laufstall: „Der neue Stall hat sich gut mit dem Alten verbinden lassen.“ Mit dem Entschluss, sich auf die Milchproduktion zu spezialisieren, entschied sich Familie Seitlinger gleichzeitig auch für den Laufstallbau. 6100 € kostete ein Stallplatz inkl. Güllegrube und Melktechnik. „Das System Laufstall passt für uns“, freut sich Johann Seitlinger über die bisherigen positiven Erfahrungen mit Spaltenboden und Liegeboxen. Das Bestreuen der Liegeboxen mit Kohlensaurem Kalk, der Spalten mit Hyperphosphat und das regelmäßige Reinigen der Spalten tragen einen Teil zum trockenen Spaltenboden und zur Klauengesundheit bei. 52 Liegeboxen mit Stroh-Sägespäne-Einstreu fasst der Warmstall – mit 90 Stück Vieh ist er zusammen mit dem alten Stall voll. Die im Zuge des Stallbaus ebenfalls neu gebaute offene Güllegrube erreicht mit 602 Kubikmeter ihre Kapazitätsgrenze.

Tiergesundheit verbessern
Durch konsequente Brunstbeobachtung und Ultraschalluntersuchungen ab der siebten Woche nach dem Kalben liegt die Zwischenkalbezeit bei 388 Tagen und die Non-Return-Rate bei 54 %. Bei der Anpaarung berücksichtigt der Betriebsführer vor allem Inhaltsstoffe, im Speziellen Eiweiß, Fundament und Zellzahl. HF-Stier JANNSEN setzt der Landwirt wegen stabiler Fundamentwerte und hoher Fruchtbarkeit ein, ARGUMENT kommt wegen seines sehr guten Fett-Eiweiß-Verhältnisses zum Zug. Mit dem Einsatz dieser Stiere kommt auch zum Ausdruck, was das Ziel des Landwirtes in Zukunft ist. Die Züchterfamilie möchte die hohe Leistung weiterhin halten und die Tiergesundheit noch ein wenig verbessern. Mit dem derzeitigen vorbildlichen Herdenmanagement ist das Erreichen dieses Betriebszieles garantiert.

Autor: Sebastian SEMLITSCH, Graz


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Aktualisiert am: 07.12.2006 17:12
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