Claas Qualität made in Russia

Russland hat im Dezember des Vorjahres die Einfuhrzölle für Landmaschinen auf etwa das 10-fache erhöht. Claas sieht sich mit dem Bau einer eigenen Produktionsstätte in Russland in seiner Strategie bestätigt.
In dieser weltweit modernsten Claas-Fabrik werden die Modelle für den russischen Markt montiert.
In dieser weltweit modernsten Claas-Fabrik werden die Modelle für den russischen Markt montiert.
Seit 1992 ist Claas am russischen Markt mit dem Vertrieb von Mähdreschern tätig. Anfangs kämpften sich zwei Mitarbeiter ohne jegliche Infrastruktur quer durch Russland. Schließlich eröffneten sie zwei Jahre später zwei Büros in Kiev und Moskau. Durch das ständige vor Ort sein lernten sie die Landwirtschaft in den GUS-Staaten, die Menschen und deren Kulturen kennen. In den darauf folgenden Jahren konnte Claas einige Großgeschäfte mit der Ukraine, Usbekistan und Russland abschließen. Die Kunden waren von der Claas-Technik begeistert und erkannten, dass sie mit einem westlichen Mähdrescher effizienter ernten können als mit einer russischen Maschine. Die Nachfrage nach Claas-Mähdreschern stieg stetig an. Schließlich entschloss sich Claas sich zum Bau einer eigenen Produktionsstätte in Russland.

Der russische Mähdrescher Markt

Der Bedarf an Landmaschinen in Russland ist groß. Die landwirtschaftliche Nutzfläche ist mit 85 Mio. ha größer als die der gesamten Europäischen Union mit 79 Mio. ha. Experten gehen davon aus, dass die russische Landwirtschaft derzeit nur über die Hälfte der tatsächlichen Erntekapazitäten verfügt. Zudem werden in den nächsten Jahren etwa 80 % der momentan genutzten Maschinen erneuert werden müssen. Claas schätzt das Marktpotential in den GUS-Staaten auf etwa 12.000 Stück pro Jahr. Im Jahr 2005 haben die beiden russischen Hersteller Agromashholding und Rostselmach gemeinsam etwa 8.000 Stück produziert. Auf vielen Betrieben sind die Mähdrescher zwischen 1.500 und 2.000 Stunden pro Saison im Einsatz. „Diese enorm hohen Anforderungen an die Kampagneleistungen führte uns zum Erfolg gegenüber der russischen Technik“, ist Ralf Bendisch, Generaldirektor Claas Krasnodar, überzeugt. Claas konnte von 1992 bis heute über 4.000 Mähdrescher in diesem Hoffnungsmarkt absetzen. Nach eigenen Angaben hat Claas heute von den westlichen Herstellern bei Mähdreschern etwa 38 % Marktanteile und bei Feldhäckslern sogar 78 % Marktanteile.

„Wenn wir in einen neuen Markt erfolgreich investieren möchten, müssen wir die Ersten sein“, lautete die Parole eines mittlerweile pensionierten Mähdrescherexperten, dem Helmut Claas in dieser strategischen Frage Glauben schenkte.

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


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Aktualisiert am: 28.07.2006 10:02
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