Circovirus-Impfung: Sauenimpfstoff auch für Ferkel?

Seit 2008 sind hierzulande zwei Ferkelimpfstoffen gegen Circovirus zugelassen. Ob auch ein Sauenimpfstoff bei Ferkeln die gewünschte Wirkung zeigt, wurde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien untersucht.
Die Impfung alleine kann keine wesentlichen Managementprobleme beheben. So sind wichtige Grundsätze bei Hygiene, Stallklima und Ferkelbehandlung unbedingt einzuhalten.
Die Impfung alleine kann keine wesentlichen Managementprobleme beheben. So sind wichtige Grundsätze bei Hygiene, Stallklima und Ferkelbehandlung unbedingt einzuhalten.
Das porcine Circovirus Typ 2 (PCV-2) stellt eine große Herausforderung für die schweinehaltenden Betriebe dar. Nachgewiesenermaßen schon seit Jahrzehnten in der Schweinepopulation vorhanden, verursachte es Mitte der Neunziger Jahre massive Probleme in der Schweinebranche. Zuerst war Nordamerika, vor allem Kanada, betroffen, später zeigten sich auch in Europa Probleme, welche mit PCV-2 in Zusammenhang gebracht wurden.

Impfung zeigt Erfolg
Zur Bekämpfung der beträchtlichen Auswirkungen für die Schweineproduzenten sind in Österreich seit 2007 ein Sauenimpfstoff zur aktiven Immunisierung von Sauen und passiven Immunisierung der Ferkel (Circovac®, Fa. Merial) und seit Beginn bzw. Mitte 2008 Ferkelimpfstoffe (Ingelvac® CircoFlex, Fa. Boehringer Ingelheim; Porcilis® PCV, Fa. Intervet) am Markt.
In einer Feldstudie, durchgeführt von der Veterinärmedizinischen Universität Wien, wurde der Sauenimpfstoff Circovac®, im Rahmen eines bewilligten Tierversuchs, bei Ferkeln getestet. Beim Studienbetrieb handelt es sich um einen Ferkelerzeuger mit 250 Zuchtsauen und angeschlossener Mast, welcher im 4-Wochenrhythmus nach dem Rein/Raus Prinzip produziert. Vor Beginn des Versuchs zeigte sich in der Mast das klinische Bild des PMWS weshalb eine Impfung der Ferkel in Betracht gezogen wurde. Insgesamt wurden 1000 Ferkel in den Versuch aufgenommen und von der Geburt bis zur Schlachtung mit Einzeltierwiegungen, regelmäßigen Entnahmen von Blutproben und klinischen Untersuchungen begleitet. Die Versuchstiere wurden zufällig einer Impf- bzw. einer Kontrollgruppe zugeteilt und wurden am 21. Lebenstag mit 0,5 ml Circovac® bzw. Placebo geimpft. Es wurden für die beiden Gruppen jeweils die Tageszunahmen in Gramm sowie die Verluste ermittelt. Die Ergebnisse für den Mastzeitraum zeigen sowohl bei den Tageszunahmen (+ 41,87 g/Tag) als auch bei den Verlusten (- 7,57 %) einen guten Impferfolg.

Autoren: Mag. Bernhard HEISSENBERGER, Dr. Andrea LADINIG, Dr. Christiane LANG und Prof. Dr. Mathias RITZMANN, Veterinärmedizinische Universität Wien


Aktualisiert am: 23.11.2009 15:20
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