China kauft erheblich mehr Milchpulver

China importiert nach dem Skandal um verseuchte inländische Babynahrung wesentlich mehr Milchpulver aus dem Ausland. Das geht aus einer Analyse des Welthandels mit Molkereiprodukten durch die niederländische Productschap Milch (PZ) hervor.
Von Jänner bis September 2009 kaufte China fast 90.000 t oder 370 % mehr Vollmilchpulver ein als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Von Jänner bis September 2009 kaufte China fast 90.000 t oder 370 % mehr Vollmilchpulver ein als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Von Jänner bis September 2009 kaufte China fast 90.000 t oder 370 % mehr Vollmilchpulver ein als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Davon hat vor allem Neuseeland profitiert, das den Löwenanteil der chinesischen Einfuhren liefert. Aber auch Molkereien in der Europäischen Union schöpften aus dem Nachfrageboom der Volksrepublik Gewinne. Dem gegenüber haben europäische Lieferanten auf dem ebenfalls stark wachsenden algerischen Markt an Bedeutung eingebüßt. Mit einer Zunahme um 41.475 t war Algerien im Berichtszeitraum der weltweit größte Importeur von Vollmilchpulver. Das Wachstum kam Anbietern aus Argentinien, Australien und Neuseeland zugute. Insgesamt wuchs der Welthandel mit diesem Produkt im ersten Dreivierteljahr 2009 um knapp 3 % auf 1,2 Mio. t und der Handel mit Magermilchpulver um 1,3 % auf 794.000 t.

Käsehandel gesunken
Rückläufig entwickelte sich hingegen der internationale Käsehandel, der um 1,5 % auf 935.000 t schrumpfte. Die Europäische Union als wichtigster Exporteur konnte die Ausfuhr leicht um 1 % steigern, während Neuseeland ein Plus von 19 % verbuchte. Großer Verlierer waren die USA, deren Auslandsabsatz von Jänner bis September 2009 um 40 % einbrach. Die USA konnten damit ihre außergewöhnlichen Exporterfolge des Jahres 2008 nicht verteidigen. Nach einem starken Anstieg der Weltmarktpreise für Käse sieht die Productschap zurzeit Anzeichen eines entstehenden Preisdrucks.

USA verlieren an Boden
Der Welthandel mit Butter wuchs von Jänner bis September 2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 % auf annähernd 521.000 t. Die zusätzliche Nachfrage wurde vor allem mit Ware aus Neuseeland und Australien bedient, aber auch europäische Butterhersteller konnten ihren Absatz steigern. Erneut waren die USA mit einem Rückgang ihrer Lieferungen um 82 % der Verlierer nach dem außergewöhnlich guten Vorjahr. Der Weltmarktpreis für Butter war im Dezember 2009 rund doppelt so hoch wie sechs Monate zuvor. Nach eigenen Angaben bildet die Marktanalyse der Productschap Milch etwa 90 % des weltweiten Handels mit Molkereiprodukten ab. (aiz)


Aktualisiert am: 28.01.2010 08:41
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