COPA-COGECA: US-Angebot ist ein Bluff

Das so genannte 'kühne' Angebot, das die Vereinigten Staaten von Amerika in den laufenden WTO-Verhandlungen aufgetischt haben, ist ein Bluff, erklärten COPA-Präsident Rudolf Schwarzböck und COGECA-Präsident Eduardo Baamonde.
In Wirklichkeit haben die USA praktisch gar keine Kürzungen vorzunehmen. Worauf alles hinausläuft ist letztlich nur ein Angebot, die in der Box A enthaltenen Subventionen unter der Voraussetzung zu senken, dass sie eine ihrer gewichtigsten Subventionen in die B-Box stecken können. Es ist so, als ob Sie versprächen, Ihren Brausekonsum zurückzufahren, solange Coca-Cola nicht zu den Brausen gehört, sagte der Präsident von COPA.

Einflussreiche Mitglieder des US-Kongresses haben deutlich zu verstehen gegeben, sie hätten keineswegs die Absicht, signifikante Änderungen an den handelsverzerrenden Subventionen der Vereinigten Staaten zu billigen.

Als Gegenleistung für diese 'angebliche' Subventionskürzung verlangen die USA größere Anteile am Weltmarkt. Tatsächlich machen die USA keinen Hehl daraus, dass es ihnen in diesen Verhandlungen nur darum geht, ihre Agrarexporte auszuweiten - in Richtung EU-Markt, aber auch in Richtung Märkte der Entwicklungsländer.

Einmal mehr versuchen die USA, der restlichen Welt ihre eigene Art von Landwirtschaft, ihre eigenen Werte aufzuzwingen. In Europa haben die Menschen weit umfassendere Anliegen vor Augen, wenn es um Landwirtschaft geht. Dabei geht es nicht ausschließlich um Steigerungen der Agrarproduktion. Die Landwirte pflegen mehr als die Hälfte der Landfläche Europas, und diese Verantwortung wollen sie in nachhaltiger Weise wahrnehmen. Wir wollen den bäuerlichen Familienbetrieb im Herzen der europäischen Landwirtschaft halten und weiterhin die höchst anspruchsvollen Lebensmittelsicherheits-, Umwelt- und Tierschutzstandards erfüllen, die die Menschen in Europa erwarten.

Die Subvention, die ein US-Betrieb erhält, ist im Schnitt nahezu dreimal so hoch wie diejenige, die Betriebe in der EU beziehen. Trotzdem fordern die USA nun, dass die EU ihre Subventionen um 83% kürzt, während sie selbst lediglich mit dem Scheinangebot einer 60%-Kürzung aufwarten. So geht das nicht, sagten die Präsidenten.

Wir begreifen einfach nicht, wie Handelskommissar Peter MANDELSON angesichts dieses lächerlichen US-Angebots noch mehr Konzessionen im Namen der EU zugestehen kann - nur wenige Tage nach dem Appell der EU-Minister, keinen Schritt weiter zu gehen.

Wir rufen unsere Verhandlungsführer auf, den USA die Stirn zu bieten. Die EU hat bereits ein Angebot auf den Tisch gelegt, das so weitgehend ist, dass es dem bäuerlichen Familienbetrieb die Existenzgrundlage zu entziehen und das Landschaftsbild in Europa zu entstellen droht. Wir dürfen keinen Schritt weiter gehen!

www.copa-cogeca.be/de/


Aktualisiert am: 03.11.2005 18:05
Landwirt.com Händler Landwirt.com User